Weltmarsch der Frauen in Bern
In Bern hat am Mittwoch (14.06.) der Frauenweltmarsch Halt gemacht. Mehrere Hundert Frauen und ein paar Männer zogen in diesem Zusammenhang durch die Stadt und kritisierten u. a. die Lohnverhältnisse in typischen Frauenberufen und im Gastgewerbe.
Die Aktionen begannen vor dem Frauenspital. Mit Transparenten und Sprechchören kritisierten rund 200 Frauen und vereinzelte Männer die tiefen Löhne im Pflegebereich.
Der Slogan der Prostierenden lautete: “Ohne Zaster kein Pflaster”. Insbesondere ein kürzlich erfolgter Entscheid des bernischen Verwaltungsgerichts wurde angeprangert, gemäss dem das Gericht zwar zugestanden habe, dass Personen aus dem Pflegebereich etwa gleich viel wie Polizisten verdienen sollten, eine entsprechende Lohnklage jedoch trotzdem abgewiesen habe.
Laut Flugblättern verdienen Personen im Pflegebereich im Kanton Bern rund 140 bis 700 Franken weniger als Polizisten. VPOD- Sekretärin Bettina Dauwalder kündigte an, dass ein Weiterzug ans Bundesgericht erwogen werde. Die Berner Aktionen erfolgen im Zusammenhang mit dem “marche mondiale des femmes”, der in Bern Halt machte.
Beim Universitätsgebäude schlossen sich Studierende mit ihrer Forderung nach Frauenförderung und Gleichstellung an der Uni und für mehr Professorinnen dem Marsch an.
Vor den Restaurants in der Berner Innenstadt forderten die Demonstrierenden anschliessend 300 Franken mehr Lohn für gastgewerbliche Berufe.
Vor dem Bundeshaus West wurde Bundesrätin Ruth Dreifuss am Nachmittag ein offener Brief übergeben. Darin setzt sich die Arbeitsgemeinschaft Jugendverbände (SAJV) ein für eine Mutterschaftsversicherung. Zudem wird gegen die Revision der AHV, “mit der auf dem Buckel der Frauen gespart wird”, protestiert.
Kunst und Fest
Begleitend zum Frauenmarsch wurden in Zelten auf dem Münsterplatz 50 Installationen zum Thema “Gewalt gegenüber Frauen” und “Armut der Frauen” gezeigt. Ausserdem fand ein Fest “für Frauen und Kinder” in der Rathausgasse mit Podium und Musik statt.
swissinfo und Agenturen
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