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Menstruation beeinflusst Atemwege der Frauen

Rund um die Frage eines prämenstruellen Asthmas haben Basler Wissenschaftler herausgefunden, dass die Atemwege von Frauen in den Tagen um die Monatsblutung empfindlicher sind.

Dieser Inhalt wurde am 29. März 2010 - 11:17 publiziert

Forscher des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts, das der Universität Basel angeschlossen ist, haben für ihre Studie 571 Frauen untersucht. Sie testeten, wie empfindlich die Lungen der Frauen reagierten, wenn sie einen ungefährlichen Reizstoff inhalierten.

Es handle sich dabei um einen gängigen Test, der zur Messung einer Überempfindlichkeit der Bronchien und zur Diagnose von Asthma benutzt werde, sagte Forschungsleiterin Julia Dratva. Für jede Frau wurde zudem bestimmt, in welcher Phase ihres Menstruationszyklus' sie sich am Untersuchungstag befand.

Frauen, die kurz vor oder kurz nach der Menstruation getestet wurden, reagierten mehr als doppelt so häufig überempfindlich als Frauen in einer anderen Phase des Zyklus', wie die Forscher im Fachmagazin "Journal of Allergy and Clinical Immunology" berichten. Besonders deutlich war der Unterschied bei den Frauen, die an Asthma litten.

Die Vermutung, dass weibliche Hormone einen Einfluss auf Asthma haben könnten, stehe schon seit einigen Jahrzehnten im Raum, erklärte Dratva. Bei Befragungen hätten bis zu 40% der Frauen angegeben, in den Tagen vor oder während der Menstruation häufiger Asthmasymptome zu haben.

Durch welchen Mechanismus die Überempfindlichkeit der Lungen während der Menstruation entsteht, ist unklar. Man wisse, dass das Hormon Progesteron die Neigung der glatten Muskulatur vermindere, sich zusammenzuziehen. In der prämenstruellen Phase aber sinke im Körper der Frau der Progesteron-Spiegel, was diese Kontraktions-Fähigkeit erhöht.

Für Nicht-Asthmatikerinnen stellt das Phänomen laut Dratva in der Regel kein Problem dar. Der Reiztest könne bei diesen Frauen zwar eine prämenstruelle Überempfindlichkeit nachweisen. Doch im Alltag merkten die allermeisten Frauen davon wohl nichts.

Der Effekt kann durch die Antibabypille abgeschwächt werden. Die Forscher hatten zusätzlich 130 Frauen untersucht, welche die Pille nahmen. Das Risiko einer prämenstruellen Überempfindlichkeit war bei diesen Frauen deutlich kleiner.

swissinfo.ch und Agenturen

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