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Pressefreiheit: ein Fundament der modernen Demokratie

Der prominente russische Journalist Dmitry Skorobutov berichtete jahrelang für den grossen TV-Sender "Russia 1" über nationale und internationale Angelegenheiten. Heute lebt er im politischen Exil in der Schweiz. Wir sprechen mit ihm für die SWI swissinfo.ch-Serie "Stimmen der Freiheit".

Dieser Inhalt wurde am 16. Juli 2021 - 09:15 publiziert

Das Schicksal von Dmitry Skorobutov ist auch das Schicksal der Meinungsfreiheit in der Russischen Föderation. Vor 30 Jahren, nach der Auflösung der Sowjetunion, wurde Russland zu einer offeneren und freieren Gesellschaft. Seither verschlechtert sich die Situation der repräsentativen Demokratie und der Menschenrechte stetig.

Dmitry Skorobutov war jahrelang ein Rädchen im Getriebe des russischen Staatspropaganda-Apparates. Seine Bedenken wuchsen mit der Zeit zu einem tiefgreifenden inneren Konflikt an, bis er schliesslich das Land verlassen musste. Heute lebt er als politischer Flüchtling in der Schweiz.

In unserer Videoserie "Stimmen der Freiheit" beschreibt Skorobutov seine Arbeit als Chefredakteur der Nachrichtensendung "Vesti" des staatlichen Fernsehsenders "Russia-1". Von den 146 Millionen Menschen in Russland sehen jeden Abend etwa 10 bis 15 Millionen diese Sendung: "Als der Regimewechsel in der Ukraine stattfand, haben wir immer mehrere Quellen genutzt, um die Fakten zu verifizieren und eine unvoreingenommene Berichterstattung zu gewährleisten", sagt Skorobutov, der betont, dass "Pressefreiheit eine unverzichtbare Grundlage der modernen Demokratie ist".

Heute steht auch "Russia-1" unter staatlicher Kontrolle, was journalistische Inhalte betrifft. Und Skorobutov? Der 43-Jährige lebt jetzt in einer Unterkunft für Flüchtlinge in Lausanne in der Westschweiz. Am Ende des Monats kann er sich kaum noch Lebensmittel leisten. Freunde hat er in der Schweiz noch nicht gefunden, und seine reichen Landsleute, die in Villen am Genfer See leben, meidet er.

Serie Meinungsfreiheit

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