Heute in der Schweiz
Liebe Schweizer:innen im Ausland
Heute arbeite ich mit Ausblick auf einen grossen Fluss. Flüsse erinnern daran – vielleicht fassbarer als die Nachrichten aus aller Welt – wie verbunden alles ist. Die Wassermassen fliessen nach Frankreich, Deutschland, die Niederlande und gehen von da in die Weltmeere.
Ich wünsche gute Lektüre, wo auch immer Sie unser Briefing heute erreicht.
Herzliche Grüsse
Offener Brief: Über 100 Schweizer Intellektuelle fordern Massnahmen gegen das Regime im Iran
Musikerin Sophie Hunger hat ihn unterzeichnet, ebenso der Autor Pedro Lenz und die Künstlerin Pipilotti Rist: 100 Schweizer Prominente fordern in einem offenen Brief, dass der Bundesrat Massnahmen gegen die Islamische Republik Iran ergreift. Ihrer Ansicht nach hat die Schweiz bislang zu wenig getan.
Verlangt wird unter anderem, dass die Schweiz sämtliche Wirtschaftssanktionen von EU und USA nachvollziehen, iranische Regimemitglieder, wie Kanada, mit lebenslangen Einreiseverboten belegen und alle iranischen Regimegegner:innen vor Ausschaffung schütze solle.
Bislang hat die offizielle Schweiz noch nicht auf den offenen Brief reagiert. Der Brief ist eine der internationalen Reaktionen auf die Proteste im Iran, die nach dem Tod der 22-jährigen Mahsa Amini am 16. September begannen. Die in der Schweiz lebende Iranerin Negin Winkler sagte meiner Kollegin Melanie Eichenberger für den swissinfo.ch-Artikel zu den transnationalen Protesten, dass es wichtig sei, die internationale Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten.
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Die Agenturmeldung von Keystone-SDA zum offenen Brief lesen Sie beispielsweise bei BlickExterner Link
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Der swissinfo.ch-Artikel meiner Kollegin Melanie Eichenberger mit Fokus auf die iranische Diaspora in der Schweiz
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Die Journalistin und Iran-Expertin Natalie Amiri im Talk bei SRFExterner Link
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Bosnienkrieg: Nationalistischer Regisseur Boris Malagurski tourt ab heute durch die Schweiz
Die bosnische und albanische Diaspora engagiert sich momentan in ganz Mitteleuropa gegen die Filmtour des serbisch-kanadischen Regisseurs Boris Malagurski.
So auch in der Schweiz, wo viele Vorstellungen bereits abgesagt worden sind und sich die Aufführungen von öffentlichen Kinos in serbische Kulturvereine verlagert hat.
Boris Malagurskis Filme haben teilweise den lockeren bis lustigen Ton des linken US-Regisseurs Michael Moore – sie verfolgen aber geschichtsrevisionistische Ziele und stellen Serb:innen im Kontext der Balkankriege als Opfer und Freiheitskämpfer dar. Für swissinfo.ch habe ich das Thema mit einer Recherche aufgearbeitet.
- Die TamediaExterner Link-Zeitungen (Paywall) berichten, dass die Filmvorführung in Bolligen aus «Angst vor Demonstrationen» abgesagt worden ist.
- 20 MinutenExterner Link über eine Petition gegen die Filmtour
- Die swissinfo.ch-Recherche mit Einordnungen und Hintergründen
Kommt die Heiratsstrafe vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte?
Nachdem sich der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit der Witwerrente in der Schweiz befasst hat und zum Schluss kam, dass die hinterbliebenen Männer diskriminiert werden, könnte es die Heiratsstrafe als nächstes treffen.
Dies legt NZZ-Redaktorin Katharina Fontana in einer Analyse dar und untermauert die Prognose mit Verweis auf die Steuerrechtsprofessorin Andrea Opel. Die Heiratsstrafe, so Fontana, «gilt nämlich als wenig frauenfreundlich oder sogar als frauenfeindlich, weil das Zweiteinkommen bei Ehepaaren übermässig stark besteuert wird; in der Realität sind es überwiegend die Frauen, die ein Zweiteinkommen erzielen.»
Derweil hat die FDP über 112’000 Unterschriften für eine Initiative gesammelt, die die Individualbesteuerung fordert und der Bundesrat bemüht sich um eine Vorlage zur Einführung. Um die Heiratsstrafe ranken sich aber auch einige Mythen, wie ich im Frühling gemerkt habe, als ich selbst zum Thema recherchierte. So gibt es beispielsweise keine Ehepaare, die sich wegen der Heiratsstrafe vor dem Rentenalter aus steuerlichen Gründen scheiden lassen.
- Den Artikel in der NZZExterner Link lesen Sie hier (Anmeldung nötig).
- Hier finden Sie den swissinfo.ch-Hintergrund vom Frühjahr.
Spielzeughersteller ehrt Tina Turner mit Barbie-Puppe
Der Spielzeughersteller Mattel ehrt die Sängerin Tina Turner mit einer Barbie-Puppe. Als Anlass gibt Mattel das 40. Jubiläum des Hits «What’s love got to do with it» an.
Der Song führte beim Erscheinen die US-Charts für drei Wochen an. Tina Turner, heute 82, freut sich darüber, in Kinderzimmern zu landen. In einer Presseerklärung sagte Turner: «Ich fühle mich geehrt, meine Barbie in der Gruppe der bereits vertretenen bahnbrechenden Frauen willkommen zu heissen.» Damit würden noch mehr Kids von ihrer Reise erfahren.
Womöglich ist die Tina Turner-Barbie aber auch mehr etwas für Fans: Mit 55 Dollar muss man für sie tiefer in die Tasche greifen als für andere Barbies. Tina Turner lebt seit gut 30 Jahren in der Schweiz und ist seit 10 Jahren Schweizerin. Der Hit «What’s love got to do with it» feiert eigentlich erst in zwei Jahren sein 40. Jubiläum.
- Die Meldung bei der Presseagentur ReutersExterner Link
- Hier finden Sie die Tina Turner-PuppeExterner Link auf der Seite von Mattel.
- Ein swissinfo.ch-Bericht von 2009 zu einem von Turners letzten Konzerten
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