Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Es ist mehr, als Geflüchteten eine Stimme zu geben: In den Schweizer Flüchtlingsparlamenten werden Menschen zu politischen Akteur:innen in der Demokratie.
Beste Grüsse aus Bern
Ans Redner:innenpult stehen, die eigene Stimme erheben, Verständnis für sich und seine Situation schaffen, Forderungen aufstellen: Seit Sommer 2021 bieten Flüchtlingsparlamente Menschen, die in die Schweiz flüchten mussten, eine Plattform dazu.
Shakila Ansari nutzt diese Bühne. Die 19-Jährige musste vor drei Jahren mit ihrer Familie aus Afghanistan flüchten.
Im Flüchtlingsparlament des Kantons Aargau präsidiert Shakila Ansari die Kommission zum Status F – für vorläufig aufgenommene Geflüchtete – und Schutzstatus S – für jene aus der Ukraine. An der Session vom Samstag plädierte sie dafür, dass in der Schweiz alle Geflüchteten wie jene aus der Ukraine behandelt werden.
Sie engagiert sich, weil ihr, die hier weder wählen noch abstimmen kann, durch demokratische Entscheide immer wieder Steine in den Weg gelegt würden.
Und weil sie sehr schätzt, dass sie hier ihre Stimme erheben kann, ohne um ihr Leben fürchten zu müssen. «In Afghanistan wäre ich tot», sagt sie.
- Junge Afghanin im Aargau kritisiert Asylpolitik: «Wünsche mir, dass alle Geflüchteten in der Schweiz wie jene aus der Ukraine behandelt werden»Externer Link – Artikel in der Aargauer Zeitung (Paywall)
- Kaum mehr freie Betten in Bundesasylzentren – Meldung unserer Agentur Keystone SDA von heute.
- Flüchtlinge möchten besseren Zugang zu Bildung – unsere Agentur zur Premiere des Flüchtlingsparlaments in der Schweiz vom 6. Juni 2021 in Bern.
- Handwerkerin der Demokratie – Zaira Esposito, Mit-Gründerin der Migrant:innensession Basel, im Porträt von meinen Kollegen Benjamin von Wil und Thomas Kern (Fotos).
Was macht der Krieg mit Menschen? Ein 16-jähriger Ukrainer berichtet. Warnung: Es ist der blanke Horror.
Vlad, ein Teenager aus Saporischschja, wollte im Mai vor den anrückenden russischen Truppen fliehen, als er verhaftet wurde.
Nach drei Monaten Haft in einer zwei Quadratmeter grossen Zellewurde Vlad freigelassen. Was er dazwischen erlebte, lässt ihn nicht mehr los.
Hier nur so viel: Der junge Mann musste den Keller reinigen, in dem russische Soldaten ukrainische Zivilisten und Soldaten folterten.
Wieder in Freiheit und jetzt in der sicheren Schweiz lebend, erzählt er gegenüber der Korrespondentin des Westschweizer Fernsehens in der Ukraine von seinem Schrecken.
Ich wünsche dem jungen Menschen, dass dies ein erster Schritt war, einen Umgang zu finden mit den traumatischen Situationen.
- «Sie gaben mir den Auftrag, den Folterraum zu säubern» – Recherche von Maurine Mercier vom Westschweizer Fernsehen RTS.
- «Killer mit Fernbedienung»: Journalisten decken geheime russische Raketen-Einheit aufExterner Link – Bericht von Watson.ch über die heutige Enthüllung des Investigativnetzwerks Bellingcat, welche Personen hinter den russischen Angriffen auf zivile Ziele standen oder immer noch stehen.
- The Remote Control Killers Behind Russia’s Cruise Missile Strikes on UkraineExterner Link – die Bellingcat-Recherche in Englisch.
- Bombardierte Spitäler, abgemagerte Kriegsgefangene, Foltergefängnisse: Diese mutmasslichen Kriegsverbrechen hat Russland bisher begangenExterner Link – Auflistung der Aargauer Zeitung mit Stand 5. Oktober 2022 (Paywall).
Mehr
Napalm Made in Switzerland: Unter dem Namen Opalm stellten die Emser Werke ein Brandkampfmittel her.
Es blieb nicht bei der Entwicklung: Im Koreakrieg in den 1950er-Jahren zeigten die «Feuerbomben» aus einem Gemisch von Benzin und Aluminiumseife ihre verheerende Wirkung, die schlimmer ist als jene von Napalm.
Die Schweizer Regierung verbot den Export der schrecklichen Waffe, die unter anderem Menschen zu lebenden Fackeln machte.
Trotzdem kam Opalm in den Bürgerkriegen in Jemen und Indonesien zum Einsatz. Dies dank des Tricks, die Produktion kurzerhand nach Deutschland auszulagern.
Die dunkle Vergangenheit der Schweizer Firma hat die Historikerin Regula Bochsler ans Tageslicht gebracht. Dies, obwohl ihr der Zugang zum Archiv der heutigen Ems-Chemie verwehrt blieb. Das Unternehmen ist seit den frühen 1980er-Jahren im Besitz der Familie Blocher; erst von Christoph Blocher, dem Chefstrategen der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei. 2007 übernahm seine Tochter als CEO.
- Nazis, Napalm und Nachrichtendienste: Wie die Emser Werke im ganz rechten Filz gross wurdenExterner Link – Artikel in der Aargauer Zeitung über das Buch von Historikerin Regula Bochsler (Paywall).
- Ems-Vorgängerfirma: Martullo-Blocher blockt bei Enthüllungen zu Napalm-BombenExterner Link – Handelszeitung.ch.
- Mit China-Regime geschäften, daheim Freiheit beschwörenExterner Link – Kolumne von PR-Experte Klaus Stöhlker auf Insideparadeplatz.ch.
Zum Schluss noch etwas leichtere Kost: Seil Seil durch die Luft – wer ist der beste Cowboy im Land?
Die Antwort darauf wurde in Endingen im Kanton Aargau gesucht und gefunden – an den Schweizer Meisterschaften im Lassowerfen – auf Neudeutsch «Ranch Roping».
Cowboy oder -girl, Pferd, Rind, Seil – und eine Arena: Fertig ist die Bühne, auf der Männer und Frauen in karierten Hemden und mit dem unvermeidlichen Hut mit breitem Rand um den Pokal der besten Lassowerfer:innen der Schweiz kämpfen.
Sie schwingen das Seil mit Schlinge, um diese einem Rind über den Kopf zu werfen und es so einzufangen. Keine Sorge, es wird nicht mit einem Brandmal gekennzeichnet wie in den Westernfilmen.
- Lasso-Schweizermeisterschaft. Ranch Roping: Kein Rodeo, sondern LebensgefühlExterner Link – Bericht von SRF News.
- Der Werbe-Cowboy als Kunst – Artikel unserer Agentur von 2010. Der Beitrag würde heute wohl kaum mehr so geschrieben.
Mehr
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards