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Forderung nach Moratorium für Splitter-Bomben

In Tschetschenien setzt die russische Armee Clustermunition in grosser Zahl ein. Keystone

Die Schweizerische Kampagne gegen Personenminen hat am Dienstag (03.04.) in Genf zusammen mit 41 weiteren regierungs-unabhängigen Organisationen aus elf Ländern zu einem Moratorium von Clustermunition aufgerufen.

Die Clustermunition sei de facto eine Personenmine, sagte Tobias Gasser von der Kampagne gegen Personenminen. Artillerie und Flugzeuge setzen diese Munition ein. Sie besteht aus explosiven Teilsprengkörpern, die als Submunition eine grosse Zielfläche abdecken.

Da nicht alle Teilsprengkörper detonieren, bleiben nach dem Einsatz von Clustermunition Blindgänger zurück – Minibomben, die bis zu einem Drittel nicht explodieren und so die Zivilbevölkerung nach dem Krieg weiter gefährden.

Forderung nach Regelung

Die NGOs lancierten ihren Appell anlässlich einer Vorbereitungssitzung für die Konferenz zur Konvention über konventionelle Waffen. Sie fordern, dass die Konferenz über die weitergehende Regelung des Einsatzes, der Produktion und der Weitergabe dieser Waffen diskutiert.

Die Schweizerische Kampagne gegen Personenminen habe den Bundesrat am 25. Januar aufgefordert, dass die Schweiz sich als eines der ersten Länder dem Moratorium unterstelle, sagte Gasser. Die Schweizer Armee verfüge über Splitterbomben für 600 Mio. Franken.

Nach Angaben des Generalstabes ist die Schweizer Submunition mit Selbstzerstörungsmechanismen ausgerüstet. Sie hinterlasse eine maximale Blindgängerrate von zwei Prozent. Letzteres bezweifeln die ONGs, da die Erfahrungen anderer Länder eine Rate von 30 Prozent aufweisen.

swissinfo und Agenturen

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