The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter

Geld für «humanitären Dialog»

Die Schweiz unterstützt das Henry-Dunant-Zentrum in Genf in den nächsten Jahren mit je 950'000 Franken. Das Parlament hat ein entsprechendes Gesetz einstimmig verabschiedet. Das Zentrum vermittelt bei Konflikten informelle Gesprächsrunden.

Das 1998 gegründete «Henry-Dunant-Zentrum für den humanitären Dialog» ist eine privatrechtliche Stiftung mit Sitz in Genf. Getragen wird das Zentrum von Privaten, der Internationalen Bewegung des Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes, von Grossbritannien, Schweden, der Stadt Genf und nun auch vom Bund.

Konkreter Beitrag zur Entschärfung von Konflikten

Mit Henry Dunant verbindet das Zentrum nicht nur den Namen, sondern auch die Idee, direkt an Ort und Stelle Veränderungen zu bewirken. Hauptziel des Zentrums ist es, Konfliktsituationen zu entschärfen, indem direkte Gespräche zwischen den verfeindeten Parteien vermittelt werden. Weiter will das Zentrum zur Verbreitung des humanitären Völkerrechts beitragen.

Erfolge konnte das Zentrum bereits verbuchen: Dank vom Henry-Dunant-Zentrum organisierten Treffen haben sich im Mai 2000 die indonesische Regierung und die fundamentalistischen Rebellen in der Unruheprovinz Aceh zu einem Waffenstillstands-Abkommen durchgerungen.

In Kolumbien brachte man die Regierung und oppositionelle Gruppierungen an einen Tisch und seit einem Jahr vermitteln die Mitarbeitenden hinter den Kulissen in Burundi und Bosnien-Herzegowina.

Zentrum keine Konkurrenz für bestehende Institutionen

«Das Zentrum hat keine operationelle Aufgabe», sagte die CVP-Nationalrätin Kathy Riklin vor dem Nationalrat. So sei es unwahrscheinlich, dass es zu Doppelspurigkeiten zwischen anderen bereits bestehenden Institutionen wie dem IKRK oder der UNO komme. Da diese Institutionen das Zentrum auch finanziell unterstützen, sei gewährleistet, dass sich die verschiedenen Organisationen ergänzen statt konkurrieren.

Unter der Leitung des Britten Martin Griffiths arbeiten sechs Mitarbeiter für das Henry-Dunant-Zentrum. Griffiths war bei den Vereinten Nationen stellvertretender Generalsekretär für humanitäre Angelegenheiten, bevor er 1999 die Leitung des Zentrums übernahm.

Nebst dem Runden Tisch organisiert das Zentrum Seminare und initiiert Forschungs- und Ausbildungsprojekte rund um das humanitäre Völkerrecht. Das Jahresbudget für 2001 beträgt 4,452 Mio. Franken.

Das «Henry-Dunant-Zentrum für den humanitären Dialog» löste 1998 das Institut Henry Dunant ab, das 1965 vom IKRK, der Liga der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften und dem schweizerischen Roten Kreuz gegründet worden war.

Ruth Bossart

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft