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Spektakuläre Fossil-Funde in der Schweiz

Pizza-Teller grosse Sauropoden-Spur am Tinzenhorn.

Am Tinzenhorn und am Piz Mitgel im Parc Ela im Albulatal, Kanton Graubünden, sind versteinerte Fussabdrücke von Dinosauriern entdeckt worden - die weltweit ältesten ihrer Art.

Die Trittsiegel stammen aus der Triaszeit. Sie sind 200 bis 210 Millionen Jahre alt.

Die kreisförmigen Fussabdrücke aus der Triaszeit, die keine Zehen erkennen lassen und bis zu 60 Zentimeter Durchmesser aufweisen, haben Sauropoden hinterlassen.

Diese Landsaurier mit langen Hälsen und ebensolchen Schwänzen wurden rund sechs Meter lang und zwei Meter gross.

Hobby-Paläontolge Rico Stecher entdeckte die Spuren in einer fast senkrechten, nur mit Seil erreichbaren Felswand. Es ist der zweite sensationelle Fund des Sekundarlehrers.

Nicht weit davon entfernt entdeckte er zuvor das gut erhaltene Skelett eines kleinen Flugsauriers einer zuvor unbekannten Art, die er "Raeticodactylos filisurensis" nannte.

Die meisten Fundstellen von Dinosaurier-Fährten in der Schweiz liegen im Jura und sind deutlich jünger als diejenigen vom Tinzenhorn, wie das Bündner Naturmuseum mitteilte.

Mehrere Arten

Nach dem Fund der Trittsiegel informierte Stecher Christian Meyer, Paläontologe und Direktor des Naturhistorischen Museums in Basel, einen Experten in Sachen Dinosaurierfährten. Gemeinsam untersuchten sie die Fundplatte erneut und entdeckten weitere fossile Trittsiegel.

Auch ein Laie war inzwischen auf solche Zeugen der Erdgeschichte gestossen. Wanderleiter Andreas Niedermann, unterwegs mit Gästen auf einer Klettertour am benachbarten Piz Mitgel, entdeckte beim Abstieg eine Felsplatte, die von Fussabdrücken geradezu übersät ist.

Einige der Abdrücke stammen ebenfalls von Sauropoden, andere von noch nicht bestimmten Sauriern. Diese Versteinerungen sind kleiner und lassen deutlich vier Zehen erkennen.

Obwohl geologisch nicht geschult, sei ihm beim ersten Anblick klar gewesen, dass es sich um Sauriersspuren handelt, schilderte Niedermann.

Forschung dauert Jahre

Die wissenschaftlichen Untersuchungen der Funde haben erst begonnen. Das Naturhistorische Museum Basel und die Stiftung Sammlung Bündner Kunstmuseum werden gemeinsam ein Forschungsprojekt finanzieren, das laut Museumsdirektor Jürg P. Müller einige Jahre in Anspruch nimmt.

Drei Dinge sind aber heute schon klar: Die Fussspuren gelten als die ersten Dinosaurierfunde in geologischen Formationen, wie sie an den Dreitausendern des Albulatals in Erscheinung treten.

Die Gesteine, in denen die neuen Spuren entdeckt wurden, lagen damals auf Meeresniveau und wurden erst mit der Alpenbildung emporgehoben und steilgestellt. Die Saurer kletterten also nicht im Gebirge herum, gaben die Paläontologen zu bedenken.

Ausserdem beweisen die Funde, dass das Gebiet, welches vor der Faltung der Alpen meist vom Meer bedeckt war, zu gewissen Zeiten trocken lag. Und schliesslich steht fest, dass die Fährten der Sauropoden als älteste derartige Nachweise weltweit gelten.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die Schweiz, vermutete man lange, war zur Zeit der Dinosaurier vom Meer bedeckt.

Die spektakulären Funde der letzten Jahre zeigten nun aber, dass dies nicht während der ganzen Zeit der Fall war.

So belegen Fährtenfunde eindeutig, dass sich Saurier auf dem Gebiet der heutigen Schweiz aufgehalten haben.

Verschiedene naturhistorische Museen sowie die beiden Sauriermuseen Aathal und Frick widmen sich in der Schweiz den Urechsen.

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Begehrte Dino-Fussabdrücke

Kürzlich ist in Courtedoux, Kanton Jura, ein metergrosser Dinosaurier-Fussabdruck gestohlen worden. Das mehrere hundert Kilo schwere Stück zeigte einen der schönsten Abdrucke dieser archäologischen Fundstelle.

Laut den Kantonsbehörden haben die Diebe das rund 20 Zentimeter dicke Felsstück mit etwa einem Meter Durchmesser wohl mit Meisseln abgelöst.

Die Dino-Spuren entstanden vor 152 Mio. Jahren, als die Gegend ein Sandstrand war. Der Schwarzmarktwert sei schwer zu bestimmen; er liege wohl bei mehreren zehntausend Franken, hiess es. Wissenschaftlich sei es ein herber Verlust.

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