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Vier Kampfjets fliegen in Formation

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Ihr Briefing steht heute fast ganz im Zeichen der USA. Gegenwärtig sind verschiedene Streitfragen zwischen der Schweiz und den Vereinigten Staaten offen. Stichworte Kampfjets und Chlorhühner. Zudem scheint die Grossbank UBS mit einem Wegzug in die USA zu liebäugeln.

Nun aber zur News des Tages: Ditaji Kambundji holt in Tokio für die Schweiz sensationell die Goldmedaille im 100 Meter Hürdenlauf der Frauen!

Herzliche Grüsse aus Bern

Eine Athletin hält eine Schweizer Flagge hoch und freut sich
Die Schweiz hat erstmals eine Weltmeisterin im Hürdenlauf! Keystone / Michael Buholzer

Ich habe Ihnen US-Themen angekündigt. Blicken wir zu Beginn aber aus aktuellem Anlass kurz nach Tokio. Ditaji Kambundji gewinnt bei der Leichtathletik-WM sensationell Gold über 100 Meter Hürden!

Es ist das erste Gold für die Schweiz über eine Kurzdistanz: Die Bernerin Ditaji Kambundji (23) zieht im WM-Final über 100 Meter Hürden allen Konkurrentinnen davon und siegt in 12,24 Sekunden!

Zuerst konnte sie gar nicht glauben, dass sie soeben Weltmeisterin geworden war. «Ich habe noch nie aus einem schönen Grund so viel geweint», sagte sie später gegenüber Fernsehen SRF.

Mit ihrer Bestzeit hat Ditaji Kambundji nicht nur Schweizer Sportgeschichte geschrieben, sondern auch den Schweizer Rekord auf eine neue Stufe geschraubt.

F-35 Fixpreis
Ein F-35 bei einem Demonstrationsflug im französischen Le Bourget 2023. AP Photo / Michel Euler

Im Streit mit den USA um den Kauf von neuen Kampfjets für die Schweizer Luftwaffe zeichnet sich eine Lösung ab.

Statt sechs Milliarden Franken sollten es plötzlich bis zu 1,3 Milliarden mehr sein. Die Kontroverse um den Kauf von 36 Stück des F-35-Kampfjets des US-Herstellers Lockheed Martin sorgte im Sommer für hitzige Diskussionen. Die USA hatten den höheren Preis mit der hohen Inflation und den stark gestiegenen Rohstoff- und Energiepreisen nach der Covid-Pandemie begründet.

Nun berichtete die NZZ Am Sonntag, dass eine allfällige Reduktion der Stückzahl bei der Schweizer Bestellung laut amerikanischen Behörden möglich sei, um im Preisrahmen bleiben zu können. Aus Sicht der US-Regierung sei es eine souveräne Entscheidung der Schweiz, wenn sie weniger F-35-Jets bestellen wolle, wird ein Sprecher des Bundesamts für Rüstung (Armasuisse) zitiert.

Damit liegt der Ball nun bei der Politik, die über eine tiefere Stückzahl entscheiden soll. Laut dem Bericht hat Verteidigungsminister Martin Pfister Mitte August bereits diese Option zur Diskussion gestellt.

Hühner in einem Stall trinken aus einer Anlage an der Decke
Masthühner in einem US-Betrieb. Keystone / AP Photo / John Bazemore

Im Zollstreit mit den USA plant der Bundesrat ein Zugeständnis: Er will US-Geflügel zulassen, gemeinhin auch «Chlorhühner» genannt. Doch Schweizer Detailhändler zeigen wenig Interesse an einer Aufnahme solcher Produkte ins Sortiment.

Derzeit ist der Import von Geflügel in der Schweiz verboten, das in den USA nach der Schlachtung standardmässig in Chlorbädern entkeimt wird. Im Rahmen der Verhandlungen mit den USA soll die Schweiz nun eine Öffnung für solches US-Geflügelfleisch in Aussicht gestellt haben, wie die NZZ Am Sonntag berichtet.

Diese Idee allerdings stösst bei Schweizer Geflügelbäuerinnen und -bauern auf Ablehnung. Adrian Waldvogel, Präsident der Schweizer Geflügelproduzenten, bezeichnet eine Marktöffnung für Chlorhühner als «absolut inakzeptabel».

Eine Umfrage bei grossen Schweizer Detailhändlern wie Migros, Coop, Denner, Aldi und Lidl zeigt, dass diese vorwiegend auf Schweizer Produkte und Importe aus Ländern mit hohen Qualitäts- und Tierschutzstandards setzen. Die Aufnahme von US-Geflügelprodukten sei derzeit nicht geplant und gilt als wenig wahrscheinlich, weil die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten vor allem einheimisches Fleisch bevorzugen.

Der Wind weht in eine US-Flagge vor dem Logo der UBS Bank
Der UBS-Tower in Nashville, Tennessee in den USA. Keystone / Jean-Christophe Bott

Die Schweizer Grossbank UBS will den strengeren Kapitalanforderungen in der Schweiz entgehen. In diesem Zusammenhang prüft sie strategische Optionen wie den Kauf oder die Fusion mit einer US-Bank. Dafür soll sie Gespräche mit der US-Administration geführt haben.

Die geplanten Kapitalvorschriften in der Schweiz würden von der UBS verlangen, ihre Kapitalpuffer um bis zu 26 Milliarden Dollar aufzustocken. UBS-Chef Sergio Ermotti hat die neuen Regeln bereits mehrfach scharf kritisiert: Das könnte die globale Wettbewerbsfähigkeit der Bank stark beeinträchtigen.

Im Austausch mit US-Behörden soll die UBS mögliche tiefgreifende Strategiewechsel besprochen haben, schreibt die New York Post. Darunter sei der Kauf oder eine Fusion mit einer US-Bank sowie ein möglicher Umzug des Hauptsitzes von Zürich in die USA. Für die USA wäre dies ein grosser Coup, während die Schweiz einen solchen Schritt eher kritisch sehen würde.

Die UBS dementiere das Treffen gegenüber der New York Post nicht, schreibt der Blick. Ermotti habe am 11. September noch die Absicht der Bank bekräftigt, ihren Sitz in der Schweiz zu behalten. Finanzministerin Keller-Sutter zeigt sich bisher unbeeindruckt von Fluchtängsten. Allerdings: «Das Säbelrasseln dürfte noch einige Zeit weitergehen», kommentiert Blick.

Ein gelbes Schild mit Aufschrift: "Wanderweg gesperrt", "Trail closed", "Chemin barré", "Senso chiuso"
Wegen extremen Wetterereignissen müssen oft Wanderwege gesperrt werden. KEYSTONE

Die Schweiz, ein Wanderland. Doch die Pflege des weitverzweigten Wanderwegnetzes ist wegen dem extremen Wetter mit immer grösserem Aufwand verbunden.

Zum Beispiel Raron, Kanton Wallis: Viele Wanderwege auf dem Gebiet dieser Gemeinde sind Gebirgswanderwege. Für deren Unterhalt brauche es viel Zeit und Geld, sagt Gemeindepräsident Stefan Troger

«Die Belastung der Gemeinden wird Jahr für Jahr grösser», sagt er gegenüber SRF News. Grund dafür sind immer extremere Wetterereignisse, aber auch die stark gestiegene Nutzung: Während der Corona-Pandemie wurde Wandern zum Trendsport und viele befahren die Wege heute auch mit dem Velo oder E-Bike.

Die stärkere Belastung betrifft die Wege in der ganzen Schweiz, die mit 65’000 Kilometern über eines der grössten Wanderwegnetze weltweit verfügt. Das Thema hat auch die nationale Politik erreicht: Der Bundesrat antwortete aber kürzlich auf eine Frage im Parlament, er sehe bei den Wanderwegen die Kantone in der Pflicht.

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