The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast
Ein Mitarbeiter von Skyguide blickt mit einem Feldstecher auf das Flugfeld

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

«Clear skies», das hört man als Fluggast gern als Nachricht aus dem Cockpit. Wenn dieser Ausdruck von der Flugsicherung kommt, ist etwas wirklich nicht in Ordnung. 

Zwischenfälle bei der Schweizer Flugsicherung Skyguide haben in den letzten Jahren immer wieder für Verspätungen im Flugverkehr oder sogar für Räumungen des Schweizer Luftraums gesorgt. Nun stellt ein neuer Bericht Handlungsbedarf fest.

Herzliche Grüsse aus Bern

kontrollturm der skyguide in genf
Die Flugsicherung Skyguide muss Zwischenfälle schneller beheben können, sagt ein Bericht. Keystone / Martial Trezzini

Nach erneuter Sperrung des Luftraums: Bericht zeigt Mängel beim Sicherheitssystem von Skyguide auf – die Flugsicherung streitet diese nicht ab.

Haben Sie manchmal auch Computerprobleme bei der Arbeit? Das ist ärgerlich und man verliert Zeit. In manchen Branchen können IT-Pannen jedoch fatale Folgen haben. Die Schweizer Flugsicherungsgesellschaft Skyguide musste letzte Woche wegen eines fehlerhaften Softwareupdates den Luftraum über Genf für eine Stunde sperren.

Nun zeigt ein Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK), dass beim Sicherheitssystem von Skyguide Handlungsbedarf bestehe, wie SRF berichtet. Vorfälle könne man nicht grundsätzlich vermeiden, sagt ein Vertreter der EFK. Entscheidend sei, wie schnell Skyguide reagiere, damit die Flugsicherung nicht unterbrochen werde.

Skyguide streitet dies nicht ab, weist jedoch darauf hin, dass es am Geld gefehlt habe. Tatsächlich haben Medien in der Vergangenheit über Finanzierungsprobleme bei der Flugsicherung berichtet. Doch nun will Skyguide handeln. Gemäss einer Stellungnahme seien Infrastrukturprojekte wie ein Ausweich-Kontrollturm in Zürich geplant, Mitarbeitende sollen besser geschult werden und eine Zusammenarbeit in Notfällen mit der Armee oder der Swisscom werden geprüft.

gefängnis bellechasse
Dutzende Häftlinge haben sich im Gefängnis Bellechasse mehrere Stunden verbarrikadiert. Keystone / Gaetan Bally

Gewaltsamer Aufstand im Gefängnis: Dutzende Häftlinge haben sich im Bellechasse-Gefängnis im Kanton Freiburg aus Protest stundenlang verbarrikadiert und randalierten.

Das hört man in der Schweiz nicht so oft: «Beispielloser Aufstand im Bellechasse-Gefängnis», titelt RTS. In der Freiburger Justizvollzugsanstalt haben am Montagabend Dutzende von Insassen einen gewaltsamen Aufstand angezettelt.

Sie weigerten sich, in ihre Zellen zurückzukehren und verbarrikadierten sich stundenlang in einem Teil des geschlossenen Gefängnistrakts, den sie verwüsteten. Der Aufstand war ein Protest gegen die von den Häftlingen als überhöht bezeichneten Preise für Telefonate und zusätzliches Essen, auch mit den Besuchsbedingungen seien sie nicht zufrieden. Erst nach drei Stunden konnte das Gefängnispersonal zusammen mit der herbeigerufenen Kantonspolizei die Kontrolle wieder übernehmen. Die Häftlinge kehrten in ihre Zellen zurück.

Die Inhaftierten hätten sich äusserst aggressiv verhalten, sagte der stellvertretende Freiburger Justizdirektor Didier Page gegenüber RTS. «In der Geschichte der Haftanstalt hat es noch nie einen solchen Vorfall gegeben.» Doch auch in der Vergangenheit ist es im Bellechasse-Gefängnis schon zu Spannungen gekommen, 2023 traten die Häftlinge in Streik und prangerten ihre Haftbedingungen mit einer Petition an. Im November 2025 schrieben sie einen Brief an den Justizdirektor mit ihren aktuellen Kritikpunkten. Dieser werde derzeit beantwortet, so Page.

strassenschild mit aufschrift ecole
Kinder mit Wohnsitz in Frankreich dürfen ab Sommer 2026 nicht mehr in Genf eingeschult werden. Keystone / Salvatore Di Nolfi

Grenzgänger-Kinder verlieren in Genf den Zugang zu öffentlichen Schulen. Das Verwaltungsgericht weist die Beschwerden von Schüler:innen aus Frankreich ab.

In Frankreich wohnen und in Genf zur Schule gehen? Das will der Kanton Genf nicht mehr. Im Juni hat er beschlossen, dass nur Schüler:innen mit Wohnsitz in der Schweiz die öffentlichen Schulen besuchen dürfen.

Dieser Entscheid betrifft vor allem Auslandschweizer:innen. Aktuell besuchen 2500 Kinder und Jugendliche mit Wohnsitz in Frankreich eine Schule in Genf, 85% von ihnen sind Schweizer:innen, schreibt Watson. Zwölf offizielle Beschwerden sind aus Frankreich eingegangen. Doch das Genfer Verwaltungsgericht hat diese nun zurückgewiesen, wie unter anderem 20 Minuten berichtet. Die Schulpflicht ist an den Wohnort gebunden, der Kanton habe somit rechtmässig gehandelt. Auch aus dem Freizügigkeitsabkommen zwischen der Schweiz und der EU lasse sich kein Recht auf Zulassung zum öffentlichen Bildungssystem ableiten, so das Gericht.

Für die Grenzgänger-Kinder gibt eine Übergangsregelung. Ab Sommer 2026 werden Schüler:innen, die nicht im Kanton Genf wohnen, nicht mehr aufgenommen. Bereits Eingeschulte können ihre jeweilige Schulstufe abschliessen.

mitarbeiter mit gabelstapler im zollfreilager genf
Im Zollfreilager in Genf werden unter anderem teure Weine aufbewahrt. Keystone / Martial Trezzini

Schlupflöcher und Gesetzeslücken für Superreiche: Ein Buch zeigt, wie die Schweiz Gesetze an die Mächtigen angepasst hat – und dabei Pionierarbeit geleistet hat.

«Die Schweiz hat der Welt gezeigt, was man als kleines Land tun kann, um über die Runden zu kommen.» Diesen Satz sagt die Autorin Atossa Abrahamian in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger. Sie lebt in den USA und hat unter anderem auch die Schweizer Staatsangehörigkeit.

In ihrem Buch hat sie untersucht, wie Länder ihre Gesetze an die Bedürfnisse von Firmen und Superreichen angepasst haben. Dabei habe die Schweiz Pionierarbeit geleistet, sagt sie. Sei meint es jedoch eher analytisch als anklagend, es sei quasi Teil der Überlebensstrategie kleiner Länder gegen die grossen Player. Sie spricht von Lücken und Schlupflöchern in Rechtssystemen weltweit, die das Kapital derer schützen, die schon viel davon haben. Zum Beispiel das Zollfreilager in Genf, wo Handelszölle nicht gelten und Waren oder teure Kunst zollfrei deponiert werden kann.

Sie sagt jedoch auch, dass das Verhältnis von Wirtschaft und Politik die Demokratie strapaziert. Zum Beispiel, als im Zollstreit mit den USA eine Schweizer Wirtschaftsdelegation mit Geschenken nach Washington reiste, worauf Korruptionsvorwürfe laut wurden. In einem kleinen Land wie der Schweiz sei der Zugang von Wirtschaftskreisen zur Macht sehr einfach, so Abrahamian.

Bei den Steueroasen und Zentren für Geldwäsche gehört die Schweiz laut der Autorin nicht mehr «zu den schlimmsten Playern», die USA und Dubai haben aufgeholt.

Meistgelesen
Swiss Abroad

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft