Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Das war eine Lüge zu viel: Nach der Affäre um ein gefälschtes Covid-Zertifikat ist dem Eishockey-Nationaltrainer der Schweiz eine weitere Unwahrheit zum Verhängnis geworden.
Im heutigen Briefing erfahren Sie, warum Patrick Fischer per sofort gehen muss.
Herzliche Grüsse aus Bern
Einen Monat vor der Heim-WM hat der Schweizer Eishockeyverband Nationaltrainer Patrick Fischer entlassen. Die Beichte um ein gefälschtes Covid-Zertifikat wurde zunächst akzeptiert, doch eine weitere Lüge kostete ihn den Job.
Knall auf Eis: Einen Monat vor Beginn der Weltmeisterschaft im eigenen Land muss der Trainer der Schweizer Eishockeynationalmannschaft per sofort gehen. Wie es so weit kommen konnte, war in den letzten Tagen in einer Fortsetzungsgeschichte den Medien zu entnehmen:
Am Montagabend hat Patrick Fischer in einem Video verkündet, dass er 2022 mit einem gefälschten Impfzertifikat an die WM nach China gereist ist. Fischer wollte so einem SRF-Beitrag zuvorkommen, der diese Straftat und die Busse von 38’190 Franken, zu der er verurteilt wurde, öffentlich machen wollte.
Die Reaktionen waren zahlreich, doch der Eishockeyverband betonte, an Fischer festhalten zu wollen. Doch dann brachte eine Recherche von Blick zutage, dass Fischer in seinem Beichtvideo auch nicht ganz ehrlich war, als er behauptete, sich sonst immer ans Recht gehalten zu haben. Denn der Naticoach war schon vorbestraft, im März 2020 wurde er wegen einer Geschwindigkeitsübertretung verurteilt und war deshalb auf Bewährung.
Patrick Fischer war der erfolgreichste Trainer, mit ihm gewann die Männer-Eishockeynati dreimal WM-Silber. Er gilt auch als spezielle Figur, weshalb SRF ihn porträtieren wollte. Die Geschichte mit dem fälschten Covid-Zertifikat war ursprünglich nicht Teil des Beitrags, diese hat Fischer während einer gemeinsamen Mittagspause freiwillig ausgeplaudert.
Gelingt die Digitalisierung beim zweiten Anlauf? Weil die Finanzierung nicht geklärt ist, fordern Ärztinnen und Apotheker einen Stopp beim elektronischen Gesundheitsdossier.
Der Bundesrat will vorwärts machen mit dem elektronischen Gesundheitsdossier, aktuell laufen die Beratungen zum Thema. Doch nun regt sich Widerstand. Die zuständigen Parlamentarier:innen haben einen Brief erhalten, in dem ein Marschhalt gefordert wird, wie SRF berichtet.
Absender sind wichtige Verbände im Gesundheitswesen, die Verbindung Schweizer Ärztinnen und Ärzte, der Spitalverband und der Apothekervervband. Die Verbände fordern eine Sistierung, weil die Finanzierung des Digitalprogramms «Digisanté» nicht gesichert ist – und ohne diese Grundlage sei das elektronische Gesundheitsdossier nicht sinnvoll umsetzbar. Dazu wird das Projekt auch von Digitalexpert:innen kritisiert.
«Digisanté» ist auch von den Sparmassnahmen des Entlastungspakets 27 betroffen. Das Bundesamt für Gesundheit teilt jedoch gemäss SRF mit, es sei wichtig, «dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen vorangetrieben wird». Das elektronische Gesundheitsdossier soll das elektronische Patientendossier ablösen, welches sich nicht durchgesetzt hat.
Plötzlich trug er eine Rolex und machte teure Ferien: Ein Postmitarbeiter aus Zürich hat zehntausende von Franken aus Briefen gestohlen – bis er überführt wurde.
Wie steht es um die Post im Land, in dem Sie leben? Trotz des Abbaus von immer mehr Poststellen geniessen wir hier in der Schweiz noch einen guten Service – ausser man hat Pech und gelangt an den falschen Postmitarbeiter.
Dieses Pech hatten die Bewohner:innen einer Gemeinde am Zürichsee. Mehrere Personen bestellten bei ihrer Bank Bargeldbeträge von bis zu 15’000 Franken – doch wenn das Couvert zuhause ankam, war es leer, wie die Zeitungen von CH Media berichten.
Gleichzeitig nahm das Leben des Mitarbeiters der Postfiliale eine luxuriöse Wendung. Er trug nun eine über 13’000 Franken teure Rolex, wenn er am Schalter arbeitete und gönnte sich mit seiner Freundin Ferien in Dubai kurz nachdem wieder Bargeld verschwunden war.
Die Polizei und der interne Ermittlungsdienst der Post konnten den Mann schliesslich überführen, indem sie ein Bargeld-Couvert mit Silbernitrat präparierten, das auf den Fingern dunkle Flecken hinterlässt. Der Mann argumentierte vor Gericht, dass das zusätzliche Geld aus Nebeneinkünften wie Glücksspiel stamme. Doch das Bundesgericht bestätigte das Urteil einer bedingten Freiheitsstrafe von zwölf Monaten und einer bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 100 Franken.
Tourist:innen sollen sich besser benehmen in der Schweiz – um Spannungen zwischen der Bevölkerung und Reisenden abzubauen, lanciert Schweiz Tourismus eine Kampagne.
Wer diesen Sommer seine Ferien in der Schweiz verbringt, bekommt vielleicht schon im Flugzeug eine Einführung in die hiesigen Benimmregeln. Anlass dafür sind Umfragewerte von Schweiz Tourismus: In Bergregionen finden bis zu 30% der Einheimischen, dass zu viele Tourist:innen kommen.
Schweiz Tourismus reagiert darauf mit einer Kampagne, die Reisende auf hiesige Gepflogenheiten aufmerksam macht. «Wir haben es mit anderen Kulturen zu tun, die sind froh um diese Informationen», sagt Martin Nydegger, Direktor von Schweiz Tourismus in einem Beitrag der Tagesschau. Die Plakate sind an touristischen Hostspots zu sehen, ein Video auf Flügen der Swiss.
In der Kampagne werden Reisende zum Beispiel dazu motiviert, im Zug Sitzplätze nicht mit Gepäck zu belegen und Kopfhörer zu tragen, ihren Abfall korrekt zu entsorgen oder beim Wandern den Weg nicht zu verlassen. Aus meiner Sicht wäre es gar nicht verkehrt, wenn sich auch der eine oder die andere Einheimische von der Kampagne angesprochen fühlt.
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