Neue Welle von US-Klagen gegen Steuersünder
Die amerikanische Steuerbehörde IRS geht erneut auf die Jagd nach reichen US-Steuersündern mit Konten im Ausland. IRS-Kommissar Doug Shulman kündigte eine neue Welle von Strafklagen an. Betroffen könnten erneut die Schweizer Banken sein.
Shulman sagte diese Woche vor Pressevertretern in Washington, die Behörde vergleiche die Informationen von 15’000 Personen, die sich im Zuge eines Amnestie-Programmes selbst angezeigt hatten. Aus den Daten erhofft der IRS zu ersehen, welche Banken den Kunden halfen, sich vor dem Fiskus zu drücken.
Die Namen der Banken, die im Visier der Behörden stehen, gab Shulman nicht bekannt. Amerikanische Medien und Anwälte gehen davon aus, dass die Schweizer Grossbank Credit Suisse darunter sein wird.
Die CS jedoch dementiert dies. «Es gibt in dieser Angelegenheit keine Untersuchung, die auf die Credit Suisse abzielt», sagte ein Sprecher am Donnerstagmorgen gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.
Die Welle der Klagen soll noch vor dem 15. April beginnen, an jenem Tag, an dem in den USA die Frist zur Einreichung der Steuererklärung abläuft. «Wir werden unsere neuen Mittel und Kompetenzen konsequent dazu einsetzen, jene zur Rechenschaft zu ziehen, die Gelder auf Banken im Ausland verstecken», sagte Shulman.
In Florida wurde am Dienstag bereits ein weiterer ehemaliger UBS-Kunde des Steuerbetruges überführt. Das Gericht hat sein Geständnis auf den 13. April angesetzt.
Acht Schuldbekenntnisse von amerikanischen UBS-Kunden hat der IRS bereits in der Hand, seit die Bank vergangenes Jahr zugegeben hatte, amerikanischen Kunden bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben. Die UBS zahlte 780 Millionen Dollar Busse und händigte über 250 Datenstämme aus.
Zur Schlichtung des Steuerstreits vereinbarte die Schweiz mit den USA im vergangenen August ein neues Steuerabkommen und die Überprüfung von 4450 weiteren möglichen Fällen der Steuerhinterziehung.
swissinfo.ch und Agenturen
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