Erdwärme in Basel: Risiken sind zu gross
Die Gefahr für Erdbeben und Gebäudeschäden bei Bau und Betrieb des Erdwärme-Projekts Basel ist nach einer am Donnerstag publizierten Geothermie-Risikoanalyse zu gross. Eingepresstes Wasser hätte Wärme aus 5000 Metern Tiefe nutzbar machen sollen.
Die Risikoanalyse kommt zum Schluss, dass der Standort Basel für eine Geothermie-Nutzung in grosser Tiefe in kristallinem Gestein schlicht «ungünstig» sei.
Geplant war, via zwei Bohrlöcher Wasser quer durch Tiefenfels zu pressen und dabei auf so hohe Temperaturen aufzuheizen, dass die grüne Wärme rentabel genutzt werden kann. Laut der Analyse könnten Aufbau und Betrieb insgesamt 200 Beben auslösen mit Stärken bis zu 4,5 – also heftiger als 2006.
Von den bisher insgesamt 56 Mio. Fr. Investionen ins Basler Geothermie-Projekt stammen 28 Mio. vom Kanton. Eine Fortsetzung käme nun auf geschätze 120 Mio. – einst geplant waren 80 Mio. Franken. Basel-Stadt hält 41,3% an der Projektträgerin Geopower AG; auch Zürich ist in geringem Mass beteiligt.
Die Risikoanalyse wurde just noch publiziert, bevor am Dienstag der Strafgerichtsprozess zu den Geothermie-Erdbeben beginnt. Angeklagt ist einzig der Chef der Bohrfirma. Ihm wird Sachbeschädigung und Verursachen einer Überschwemmung oder eines Einsturzes vorgeworfen.
swissinfo.ch und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch