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Festnetz-Kunden der Swisscom haben per Post erhalten: Eine neue Datenschutzerklärung weist sie darauf hin, dass sie mitbestimmen können, was Swisscom mit ihren Daten anfängt. Ab April gibt die Swisscom erstmals Kundendaten an die Werbeallianz Admeira weiter. (Symbolbild)

KEYSTONE/WALTER BIERI

(sda-ats)

Ab dem 1. April gibt die Swisscom anonymisierte Kundendaten an die Werbeplattform Admeira weiter, welche sie zusammen mit Ringier und der SRG unterhält. Kunden können der Nutzung ihrer Daten aber widersprechen.

Auf dieses Recht macht Swisscom in einer neuen Datenschutzerklärung aufmerksam, die sie in diesen Tagen an Millionen Festnetzkunden versendet. Darin wird erläutert, dass Privatkunden jederzeit die Möglichkeit haben, gegen die Bearbeitung der Daten zu Marketingzwecken oder den Empfang von Werbung Widerspruch einzulegen. War dies früher nur per Hotline möglich, klappt es neu auch mit wenigen Klicks im Online-Kundencenter.

Swisscom betont, dass sie nur anonymisierte Angaben zum Geschlecht, zur Altersgruppe und zur Wohnregion an Admeira weitergibt. "Es ist kein Rückschluss auf die Person möglich", sagte Swisscom-Sprecherin Annina Merk dazu am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die Widerspruchsmöglichkeit - das sogenannte Opt-out - steht der Kundschaft heute schon offen.

Zielgruppenbasierte Werbung

Ab Sommer 2017 plant der Telekomkonzern zudem eine "weitergehende Nutzung von Daten", wie aus einem Informationsdokument im Online-Kundencenter hervorgeht. Laut Merk handelt es sich dabei zum Beispiel um Angaben zur Produktenutzung. Diesen Plänen müssen Kundinnen und Kunden aber explizit zustimmen. Die Swisscom werde ihre Kunden vorab informieren und deren Einwilligung einholen, sagte Merk.

Admeira wird die Daten der Swisscom nach eigenen Angaben für zielgruppenbasierte Werbung nutzen. Die Werbevermarkterin unterstreicht in einer Stellungnahme ebenfalls, dass es sich um anonymisierte und aggregierte Daten handelt. Ringier werde der Gesellschaft lediglich Nutzungsdaten der Internet-Seiten liefern. Von der SRG erhalte Admeira keine Daten. Diese Nutzungsdaten würden direkt über die offiziellen Institute wie Mediapulse und Netmetrix bezogen.

Das Joint Venture der SRG, des staatsnahen Unternehmens Swisscom und dem privaten Verlagshaus Ringier, war im April 2016 gestartet. Nicht beteiligte Medienhäuser und der Verlegerverband VSM sehen in der Werbeallianz eine Wettbewerbsverzerrung und wollen gerichtlich dagegen vorgehen.

Ausführlichere Information

Die Swisscom ihrerseits will mit der neu erarbeiteten Datenschutzerklärung dem Thema "mehr Gewicht verleihen", wie Merk weiter sagte. "Es geht darum, die Kunden transparent zu informieren." Statt einem kurzen Passus in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) wird nun ausführlich erklärt, was der Telekomriese mit den Kundendaten tun darf. Weitere Informationen finden sich im Online-Kundencenter.

Die Datenschutzerklärung entspricht gemäss der Swisscom-Sprecherin den gesetzlichen Grundlagen. Bei der Erarbeitung habe man den Rat des Büros des Eidg. Datenschützers eingeholt.

Mit der neuen Datenschutzerklärung werden für Festnetzkunden von Swisscom (Telefonie, Internet, Swisscom TV) sowie für Nutzer von Festnetz-Dienstleistungen von M-Budget und Wingo auch die AGB angepasst. Wann Mobile-Kunden folgen sollen, ist noch offen. Die Geschäftsbedingungen treten 30 Tage nach Erhalt des Briefes in Kraft, auch wenn die Kunden nicht reagieren.

Bisher habe es nur wenige Kundenreaktionen zu den neuen AGB und der Datenschutzerklärung gegeben. "Das meiste waren Verständnisfragen", sagte Swisscom-Sprecherin Merk weiter.

SDA-ATS

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