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5 Prozent weniger Passagiere

Flughafen Basel-Mülhausen: Einbruch nach dem 11. September. Keystone

Der Flughafen Basel-Mülhausen musste 2001 einen Rückgang hinnehmen. Einen Einbruch gab es nach dem 11. September.

Mit 3,55 Mio. Passagieren im Jahr 2001 (2000: 3,8) liegt der Rückgang im Personenverkehr bei sechs Prozent, wie die Flughafenleitung an einer Medienkonferenz am Dienstag ausführte. Im Vorjahr waren fünf Prozent mehr Passagiere gemeldet worden.

Die Passagierzahlen waren das ganze vergangene Jahr rückläufig, unter anderem weil Crossair ihr Euro-Cross-Angebot straffte. Sie brachen jedoch ein nach den Terroranschlägen in den USA vom 11. September und als Folge des Swissair-Debakels Anfang Oktober.

Deutsche Airlines legten zu – Hoffen auf Billig-Gesellschaften

Linienflüge hatten 2,63 Mio. Passagiere, 190’000 oder sieben Prozent weniger als 2000. Nur Umsteigende machten davon 26 Prozent aus. Ferienflüge beförderten 908’000 Passagiere, 40’000 oder vier Prozent weniger als im Vorjahr. Beliebteste Ziele waren Paris und London bei den Linien sowie Palma und Antalya bei den Chartern.

Während bei Crossair (-6% auf 1,55 Mio. Passagiere) und Swissair (-30% auf 140’000) der Andrang nachliess, blieb Air France gleich gefragt wie im Vorjahr. Die deutschen Lufthansa und Hapag Lloyd legten gar um je 30 Prozent auf 130’000 Passagiere zu. Mit den expandierenden Billig-Airlines stehe man im Kontakt, hiess es.

Der Luftfrachtverkehr wuchs 2001 zuerst bis August weiter. Dann liess der Betrieb nach – im Schnitt um 15 Prozent im Monat. Die Frachtmenge sank 2001 so um acht Prozent auf insgesamt 114’000 Tonnen.

Cash-Flow rückläufig

Echte Frachtflüge gab es 19 Prozent weniger als 2000; hingegen legten die Express- und Kurierdienste mit 22’000 Tonnen um sechs Prozent zu. Der Anteil der Express-Gesellschaften an der geflogenen Fracht stieg von 27 auf 33 Prozent. Wegen Lärmrestriktionen mussten sie alte Maschinen ablösen, was auch mehr Kapazitäten brachte.

Swisscargo-Frachtlinienflüge wurden statt erst per Winterflugplan 2001/02 bereits Anfang Oktober ganz nach Zürich- Kloten verlegt. Seither sind die zwei Flüge der Korean Air die einzigen Linen-Frachtflüge ab Basel.

Das Minus von 6000 Bewegungen habe sich in der Rechnung 2001 niedergeschlagen, sagte Flughafendirektor Urs Sieber, zumal so auch Nebenbetriebe wie die Parkings weniger verdienten. Der Cash-Flow sank von knapp 40 auf rund 37 Prozent; er werde wohl noch weiter nachgeben.

Sehr verhaltener Optimismus

2002 wird laut Sieber nochmals ein «schwieriges Jahr». Er rechne mit einem weiteren Minus von fünf bis zehn Prozent. Man habe immerhin die Kosten schon zurückgefahren und Investitionen teils zurückgestellt. Zudem wolle er die Flughafentaxe zur Finanzierung des Terminal-Ausbaus vorübergehend um einen Viertel anheben.

Veränderungen des Flugbetriebes in Basel erwartet Ralph Lewin, Verwaltungsrats-Vizepräsident des EuroAirports, mit dem Umbau der Crossair in eine Interkontinental-Fluggesellschaft. Der Standort sei aber gut, weshalb auch 300 neue Arbeitsplätze hier entstünden. Auch Lewin sprach indes von einer «momentan schwierigen Situation».

Der Ausbau der Flughafen-Infrastruktur ist 2001 dennoch vorangekommen: Das neue Passagier-Fingerdock wurde im Mai in Betrieb genommen, und im Juni wurde die verlängerte Ost-West-Piste eröffnet. Den geplanten eigenen Bahnhof hofft der Flughafen 2010 einweihen zu können.

swissinfo und Agenturen

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