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«Castoren» angekommen

Greenpeace-AktivistInnen begrüssten die strahlende Fracht bei der Ankunft im Zwilag. Keystone

Erstmals sind hoch radioaktive Abfälle aus La Hague im Zwischenlager Würenlingen eingetroffen. Der Transport verlief trotz Greenpeace-Protesten ohne Zwischenfälle.

Der Güterzug mit elf Tonnen Nuklearabfällen aus der französischen Wiederaufbereitungs-Anlage in La Hague traf um sechs Uhr morgens in der Umladestation von Würenlingen ein, wie Peter Jenni, Sprecher der Schweizerischen Kernkraftwerke sagte. Von dort aus wurde er in Spezialfahrzeugen ins Zwischenlager (Zwilag) transportiert, wo die Abfälle 30 bis 40 Jahre gelagert werden.

Schweigender Protest

Rund 35 Aktivistinnen und Aktivisten der Umweltschutz-Gruppe Greenpeace empfingen den Transport vor dem Zwilag: Mit einer schweigenden Trauergemeinde wurde, so Greenpeace, die Illusion der Atomindustrie zu Grabe getragen, dass die Schweiz kein Atommüllproblem habe.

«Den Profit macht die Atomindustrie, doch den Preis zahlt die Bevölkerung. Und dieser Preis ist viel zu hoch», sagte Greenpeace-Atom-Expertin Eva Geel. Die Gefahr der radioaktiven Verseuchung bedrohe die Schweiz noch zehn, hundert oder tausend Jahre.

«Willkommen zu Hause»

Bereits am Dienstag, nach der Abfahrt des Güterzuges in La Hague, hatten Greenpeace-Aktivisten den Verladekran auf dem Gelände des Zwilag besetzt und ein Transparent gehisst. Die Polizei beendete diese Aktion aufgrund einer Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs.

Auch in Basel hängten Aktivisten ein Transparent auf: «Nuclear bullshit: welcome back home».

Einer von vielen Castoren

Die Atommüll-Transporte aus der französischen Wiederaufbereitungs-Anlage, in Deutschland nach den Spezial-Behältern «Castor-Transporte» genannt, führen regelmässig zu Blockade-Versuchen und schweren Ausschreitungen.

Der Atommüll der aufbereiteten Brennelemente soll im Zwischenlager die Radioaktivität und damit die Wärmeentwicklung so weit abklingen lassen, dass die Glasbehälter in ein geologisches Langzeitlager gebracht werden können. Ein solches muss in der Schweiz noch gebaut werden. Für die kommenden Jahre sind jährlich zwei Atommüll-Transporte von La Hague nach Würenlingen vorgesehen.

In La Hague werden Brennstäbe aus Deutschland, Japan, Schweiz, Belgien und der Niederlande wiederaufbereitet. Die Schweiz ist der drittgrösste Kunde.

swissinfo und Agenturen

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