Crossair: Allianz-Frage offen
Crossair-Chef André Dosé gibt sich über das Gelingen des Projekts "Phoenix Plus" zuversichtlich: Auslastung und Erträge lägen über den Vorgaben des Businessplans.
Gut ausgelastet sind vor allem die Interkontinentalflüge. Die Swissair erreichte letzte Woche insgesamt einen Auslastungsgrad von 62,6 Prozent gegenüber budgetierten 38 Prozent, wie Dosé am Mittwoch in Basel vor den Medien sagte. Für den Dezember betrügen die Vorausbuchungen sogar 79 Prozent.
Bescheidener, aber noch über den Vorgaben von 40 Prozent, ist die Auslastung der Crossair mit 44,3 Prozent. Auf 42,6 Prozent gesunken ist die Auslastung der «Wetlease»-Flüge, welche die Crossair bisher für die Swissair und nun im eigenen Namen durchführt. Crossair führt diesen Rückgang in erster Linie auf den Flugunfall von 24. November zurück.
Standortfrage und Volksabstimmung
Klartext sprach der Crossair-Chef zu der Volksabstimmung vom 13. Januar über eine Kapitalbeteiligung des Kanton Zürich von 300 Mio. Franken. Eine Ablehnung würde dazu führen, dass weniger Flugzeuge betrieben würden, warnte Dosé: «Und pro Flugzeug, das wir weniger betreiben, fallen etwa 300 Arbeitsplätze weg.»
Nächste Woche wird entschieden, welche Abteilungen sich künftig in Basel und welche in Zürich befinden werden. Wo genau die Zürcher Abteilungen dann einziehen, ist allerdings noch nicht bekannt: Klar ist nur, dass es nicht der bisherige Swissair-Sitz auf dem Balsberg sein wird. Mittelfristig sei auch ein Neubau beim Flughafen möglich, sagte Dosé.
Nicht ohne weiteres lassen sich offensichtlich die Piloten integrieren. Es sei möglich, dass auch nach der Integration der Swissair-Flugzeuge die Pilotenkorps von Swissair und Crossair «für eine Übergangszeit» parallel geführt würden, so Dosé.
Auch allianzlose Zukunft möglich
Zu den Verhandlungen über den Beitritt zu einer Allianz konnte Dosé nichts Neues vermelden. Auch die Option überhaupt keiner Allianz beizutreten, sei möglich, räumte Dosé ein. Für eine solche Lösung sei man im Gespräch mit Fluglinien wie der «Continental», die keiner Allianz angehörten.
Verhandelt wird aber vor allem noch immer mit allen drei grossen Allianzen Sky Team, Oneworld und Star Alliance: «Die Gespräche gehen gut», versicherte Dosé. Ziel sei es noch immer, Ende Jahr zu wissen, «in welche Richtung» die Crossair fliegen werde.
swissinfo und Agenturen
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