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Die Sicherheit der Bahnübergänge steht in Frage

Unbewachte Bahnübergänge können sehr gefährlich sein. Keystone

Bei zwei Unfällen auf unbewachten Bahnübergängen in Môtiers, Kanton Neuenburg, und Frauenfeld, Kanton Thurgau, sind am Wochenende drei Personen getötet worden.

Die beiden Tragödien stellen einmal mehr die Frage nach der Sicherheit solcher Bahnübergänge. Die Behörden wollen das Problem mit einem Sanierungsprogramm bis 2014 ausmerzen.

In Môtiers im Val-de-Travers starb ein pensioniertes Ehepaar, als es mit seinem Auto einer herannahenden Zugskomposition der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) den Vortritt nicht gewährte. In Frauenfeld starb ein zehnjähriges Mädchen, das mit seiner 13-jährigen Schwester zu Fuss unterwegs war.

In beiden Fällen hatten die Lokomotivführer versucht, mit Alarmsignalen und Notbremsungen einen Zusammenstoss zu vermeiden. Alle drei Opfer starben jedoch noch auf der Unfallstelle.

Nach dem Unfall in Môtiers musste für die Zugspassagiere während rund drei Stunden ein Bus-Ersatzdienst eingerichtet werden. Der in den Unfall verwickelte SBB-Zug war von Fleurier in Richtung Couvet unterwegs. Vom Unfall im Kanton Thurgau war eine Komposition der Frauenfeld-Wil-Bahn betroffen.

Gefahren entschärfen

Auf unbewachten Bahnübergängen kommt es regelmässig zu Tragödien, wie sie sich am Wochenende ereignet haben. Ein umfangreiches Sanierungsprogramm soll diese Todesfallen bis ins Jahr 2014 zum Verschwinden bringen.

Besonders gefährliche Übergänge, bei denen ein herannahender Zug erst weniger als sechs Sekunden vor der Durchfahrt gesehen werden kann, sollen schon schneller entschärft werden, sagte Davide Demicheli, Sprecher des Bundesamtes für Verkehr (BAV).

2004 gab es in der Schweiz noch 190 Übergänge mit einer Sichtzeit unter 6 Sekunden. Unter dem Diktat einer damals von Verkehrsminister Moritz Leuenberger eingesetzten Taskforce wurden davon bis Ende 2006 insgesamt 120 gesichert oder aufgehoben.

Heute verbleiben laut Demicheli in der Schweiz ein paar Dutzend. Laut einer Mitteilung des Verkehrsdepartements vom Januar sollten die gefährlichsten Übergänge bis Ende des laufenden Jahres saniert sein.

Neue Technologien

Demicheli sagte, die beiden Unglücksübergänge in Frauenfeld und Môtiers stünden nicht auf der Liste der besonders gefährlichen Übergänge. Das Bundesamt warte auf die Ergebnisse der Untersuchungen und schaue dann, ob Anpassungen nötig seien.

Um Bahnbetreibern und Strasseneigentümern bei der Sanierung der Installationen zu helfen, hatte der Bund Finanzhilfen in der Höhe von bis zu 100’000 Franken in Aussicht gestellt.

Daneben bleiben noch weitere 600 Bahnübergänge, die ungenügend gesichert sind, weil die Sichtzeit nur zwischen 7 und 12 Sekunden beträgt. Sie sollen bis spätestens 2014 saniert werden. Um die Kosten tief zu halten, testet das BAV derzeit neue Technologien. Die Resultate der Versuche sollen bis Ende Jahr vorliegen.

swissinfo und Agenturen

Das Transportunternehmen «Regionalverkehr Mittelland» hat eine Informations-Kampagne über die Gefahren der unbewachten Bahnübergänge lanciert und erteilt den Verkehrsteilnehmern einige Empfehlungen:

Unbewachte Bahnübergänge vermeiden und lieber einen kleinen Umweg machen.

Vor dem Übergang anhalten und sich eine genügend gute Übersicht verschaffen.

Radio abstellen und Fenster öffnen.

Bei Bahnübergängen erhöhte Konzentration.

Sich selber über die Gefahren des Übergangs ins Bild setzen und sich nicht auf Hinweise von anderen verlassen.

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