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Erfolgreicher Detailhandel

Die Kauflust hielt 2001 an. swissinfo C Helmle

Das Detailhandels-Geschäft in der Schweiz ist 2001 überraschend gut gelaufen. Die wertmässigen Umsätze stiegen stärker als in den Vorjahren.

Die Konsumenten-Stimmung hat im letzten Jahr angehalten: Die Umsätze stiegen um 2,2% – ein ausserordentlicher Wert, verglichen mit 2,0% im Jahr 2000 und 1,8% 1999.

Nach Bereinigung der Teuerung stiegen die Umsatz-Zahlen gar um 2,6% (nach einem Minus von 0,6% im Vorjahr). Dies bedeute die höchste reale Zunahme seit 1986, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) nach einer ersten provisorischen Analyse am Dienstag bekannt gab.

Ebenso erfreulich ist laut BFS die Berechnung nach Verkaufstagen. Denn verkaufstagsbereinigt betrugen die Umsatzzunahmen 2,5% nominal und 2,8% real.

Mehr ausgegeben für Kleider und Schuhe

Aufgeschlüsselt nach Warengruppen haben (in realen Werten) vor allem «Bekleidung, Schuhe» mit einem Plus von 7,7% zugelegt.

Deutliche Umsatz-Steigerungen erzielten insbesondere auch die Untergruppen «Gesundheit, Körperpflege, Schönheit» (plus 4,7%) und «Motorfahrzeuge» (plus 3,8%).

Nach 11. September: Bijouterie-Branche eingebrochen

Einen spürbar tieferen Umsatz, auch im Zusammenhang mit den Ereignissen um den 11. September, wies dagegen die Gruppe «Persönliche Ausstattung» (minus 5,6%) aus, vor allem infolge eines Umsatz-Einbruchs in der Bijouterie- und Uhrenbranche.

Wie im Falle der Warengruppen verlief die Umsatzentwicklung im Detailhandel auch nach Wirtschaftszweigen positiv. Namentlich der Geschäftsgang der Apotheken und Drogerien (plus 7 Prozent) verzeichnete einen markanten Zuwachs.

Leichte Abschwächung im Dezember 2001

Im Dezember 2001 setzte der Detailhandel wertmässig insgesamt 0,4 Prozent weniger um als im Vorjahresmonat. Dies entspricht laut BFS indessen infolge von rückläufigen Preisen immer noch einer realen Zunahme um 1,2 Prozent.

Der leichte Rückgang ist nach Einschätzung des Detailhandels auf die eher schleppenden Verkäufe in der ersten Dezemberhälfte zurückzuführen, trotz eines positiven Verlaufes des Weihnachtsgeschäfts gegen Monatsende.

Kein eigentlicher Kaufrausch

Ökonomen haben die Umsatzzahlen des Schweizer Detailhandels für das vergangene Jahr positiv bewertet. Sie warnen aber vor voreiligen Schlüssen.

«Von einem eigentlichen Kaufrausch würde ich nicht sprechen», sagte Andreas Höfert, Volkswirtschaftler bei der UBS Warburg. Und der Chefökonom der Bank Julius Bär, Janwillem Acket, bemerkte: «Die Zahlen des BFS sind schön, aber mit Vorsicht zu geniessen.»

Grund für die Zurückhaltung ist zum einen der Umstand, dass das Bundesamt für Statistik (BFS) im vergangenen Jahr erstmals die Ausverkaufspreise erfasst hatte, wie Hans-Peter Herrmann von der BFS-Sektion Preise und Verkauf auf Anfrage bestätigte. Dieser einmalige Effekt der neuen Erfassungsmethode werde im laufenden Jahr wieder wegfallen, sagte Herrmann.

swissinfo und Agenturen

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