Gesunder Finanzplatz
Trotz anhaltender Börsenbaisse und halbierten Gesamtgewinnen gehe es den Banken gut, versichert die Eidgenössische Banken-Kommission (EBK) in ihrem Jahresbericht.
Die EBK schlägt zudem ein härteres Vorgehen gegen fehlbare Institute und Akteure vor.
Daniel Zuberbühler, Direktor des EBK-Sekretariats, trat am Freitag mit einem beruhigenden Fazit vor die Medien: Die Schweizer Banken und Effektenhändler hätten wegen den tiefen Aktienkursen an den Börsen Erfolgsrückgänge hinnehmen müssen, seien aber in guter Verfassung.
Wie dem Jahresbericht zu entnehmen ist, hat der Geschäfts-Erfolg aller Banken zusammen um ein Viertel abgenommen und betrug noch 9,34 Mrd. Franken. Der ausgeschüttete Gewinn blieb mit 4,95 Mrd. Franken nahezu unverändert.
Gegenüber dem Spitzenjahr 2000 wurden die Erfolgszahlen laut der EBK im vergangenen Jahr mehr als halbiert. Beinahe ein Fünftel (17%) aller Institute und Effektenhändler wiesen einen Reinverlust aus.
Dicke Eigenmittelpolster
«Dank satten Eigenmittelpolstern konnten auch die Institute mit Reinverlusten die strengen schweizerischen Eigenmittel-Anforderungen problemlos erfüllen», stellt die EBK fest. Den erforderlichen Eigenmitteln von 76,467 Mrd. Franken standen anrechenbare Eigenmittel von 121,433 Mrd. Franken gegenüber. Dies entspricht einem Deckungsgrad von 159%, das sind 3% mehr als im letzten Jahr.
Ende letzten Jahres erfüllte einzig die Waadtländer Kantonalbank die gesetzlichen Eigenmittel-Anforderungen nicht; dank der inzwischen
erfolgten Rekapitalisierung halte aber auch sie die Anforderungen
wieder ein.
Härtere Sanktionen gefordert
Die EBK legte an der Jahrespressekonferenz zudem einen Sanktionenbericht vor. Er sieht härtere Sanktionen und ein vereinfachtes Verfahren gegen fehlbare Institute und Akteure auf den Finanzmärkten vor, wie EBK-Präsident Kurt Hauri ausführte.
So soll die EBK künftig Vermögenssanktionen gegen natürliche Personen und gegen Unternehmen verhängen können, und zwar bis zu 5 Mio. Franken für Privatpersonen und 50 Mio. gegen Unternehmen. Weiter soll die EBK ermächtigt werden, Gewinne einzuziehen, die durch Pflichtverletzungen erzielt wurden.
Der Vorschlag fliesst in die Arbeit der Expertenkommission Zimmerli ein, die eine integrierte Finanzmarktaufsicht vorbereitet. Staatsrechtler und Alt-Ständerat Ulrich Zimmerli arbeitet seit Ende 2001 im Auftrag des Bundesrates Vorschläge für eine solche Finanzaufsicht aus. Vor allem sollen die beiden Kontrollorgane EBK und des Bundesamtes für Privatversicherungen zusammen geführt werden, dazu gehört auch die Harmonisierung des Aufsichtsinstrumentariums.
swissinfo und Agenturen
Der Erfolg der Banken wurde 2002 wegen der Aktienbaisse um ein Viertel geschmälert und betrug 9,34 Mrd. Franken. Trotzdem seien noch alle genügend kapitalisiert. Die EBK kontrolliert die 440 Schweizer Finanzinstitute.
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