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Gotthard: Erfolg oder Eigentor?

Warten und Zigarette rauchen! heisst es für die Lasterfahrer am Gotthard. Keystone

Bei Massnahmen für den Schwerverkehr am Gotthard lobt sich der Bund. Der Nutzfahrzeug-Verband findet sie verantwortungslos. EU-Recht werde nicht verletzt.

Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) zieht nach dieser Woche ein positives Fazit zur Dosierung des Schwerverkehrs am Gotthard und durch den Gotthard-Strassentunnel. Das System mit einer Einbahn-Regelung und Mindestabständen von 150 Metern funktioniere und trage massiv bei zur höheren Sicherheit im Strassentunnel.

Eine Zwangsregelung des alpenquerenden Schwerverkehrs verstösst nicht gegen das Landverkehrsabkommen zwischen der Schweiz und der EU. Diese Ansicht vertritt das Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK).

Das Landverkehrsabkommen erlaube Zwangsmassnahmen für besondere Situationen, sagte UVEK-Generalsekretär Hans Werder am Montag vor den Medien. Diese seien in der Schweiz derzeit zweifellos gegeben.

Problematisch wären laut Werder diskriminierende Massnahmen gegenüber Lastwagen-Chauffeuren aus EU-Ländern oder eine Kontingentierung des Schwerverkehrs. Beides sei jedoch nicht vorgesehen.

Zustände chaotisch

Ganz anderer Ansicht ist der Schweizerische Nutzfahrzeug-Verband ASTAG. Für ihn funktionieren die Dosierungs-Massnahmen nicht. Die Zustände mit den Warteräumen seien chaotisch. Stauplätze auf der Autobahn würden Chauffeure und Automobilsten gefährden.

Die ASTAG spricht von einem «verantwortungslosen Schweizer Eigentor.» Die im Binnenverkehr fahrenden Schweizer Transporteure hätten im gegensatz zum internationalen Tranistverkehr keine Möglichkeit, die Schweiz zu umfahren.

Kinderkrankheiten beheben

«Chaotisch waren die Zustände in der vergangenen Woche nicht», sagte auf Bundesseite Willy Burgunder, Vizedirektor des Bundesamtes für Strassen. Im Konzept zum Dosierungssystem seien Wartezeiten von bis zu sechs Stunden vorgesehen, was in der vergangen Woche mit maximal vier Stunden nicht überschritten worden sei.

Gewisse Kinderkrankheiten müssten aber behoben werden, um den erwarteten Mehrverkehr der kommenden Wochen bewältigen zu können. Die vorgesehene «Durchflussmenge» von 3’500 Lastwagen pro Tag sei mit 2’625 Fahrzeugen am Dienstag noch nicht erreicht.

Die Anzahl Richtungswechsel pro Tag soll von neun auf sechs reduziert werden, um die Zeitverluste von einer Dreiviertelstunde pro Wechsel zu verringern. In den nächsten Tagen sollen die Chauffeure zudem frühzeitig offiziell über die Wartezeiten der verschiedenen Routen informiert werden.

swissinfo und Agenturen

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