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Gotthardtunnel: Vorerst nur für Autos?

Für Lastwagen bleibt der Gotthard-Tunnel bis im Frühling 2002 geschlossen. Keystone Archive

Der Gotthardtunnel soll an Weihnachten nur für den Leichtverkehr geöffnet werden. Zu diesem Schluss kommen die Ingenieure der Betriebskommission des Tunnels. Sie werden ihren Bericht nun an Bundespräsident Moritz Leuenberger überreichen.

Die Tessiner und Urner Regierung sehen sich in ihrer Meinung bestätigt. Sie wollen den Gotthardtunnel an Weihnachten für Autos wieder öffnen. Aus Sicherheitsgründen sollen Camions erst nach Ostern durch den Tunnel.

Zu diesem Schluss kommen auch die Experten der Betriebskommission. Ingenieur Peter Püntener sagte am Mittwoch an einer Medienkonferenz in Airolo, dass der Gotthardtunnel nicht für den Schwerverkehr gebaut worden sei.

Brandrisiko um bis zu 80 Prozent senken

Das monetarisierte Gesamtrisiko des Tunnels habe vor einem Jahr 17,4 Mio Franken betragen. Durch technische Massnahmen, Verkehrs-Management und den Einbau von Brandklappen könne das Brandrisiko im Tunnel um 60 bis 80 Prozent gesenkt werden.

Die bisher gemachten Erfahrungen haben laut Püntener gezeigt, dass die Feuerwehr mit der Bekämpfung von Autobränden keine Probleme habe. Deshalb sei es vertretbar, ab dem 21. Dezember wieder Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen Gewicht durch den Tunnel fahren zu lassen.

Den definitiven Entscheid fällt der Bund

Von Januar bis Ostern wird der Tunnel nachts jeweils geschlossen bleiben. In dieser Zeit sollen die sogenannten Brandklappen installiert werden. Über Ostern will Püntener den Tunnel rund um die Uhr offen lassen. Anschliessend soll bis im Juni jeweils nachts an der Verbesserung der Fluchtwege, der Sicherheitsräume und des Warnsystems gearbeitet werden.

Die Urner und Tessiner Regierungen wollen den Rapport der Ingenieure nun Bundespräsident Moritz Leugenberger zukommen lassen. Dieser entscheidet offenbar noch diese Woche über die definitive Wiedereröffnung des Tunnels.

«Leuenberger geht kein Risiko ein»

Was passiert, wenn der Bund die Empfehlungen der Betriebskommission ignorieren sollte? «Dann lehnen Uri und Tessin jegliche Verantwortung ab», sagte der Tessiner Regierungsrat Marco Borradori. «Leuenberger geht dieses Risiko nicht ein», ergänzte sein Urner Kollege Peter Mattli.

Borradori hat sich zudem gegen die vom Kanton Graubünden erhobenen Vorwürfe gewehrt. Es tue weh, zu hören, dass die Tessiner von der Brandkatastrophe im Gotthard profitieren wollten. «Wenn das der Fall wäre», so Borradori, «dann würden wir doch nicht sieben Tage die Woche rund um die Uhr arbeiten, um den Tunnel so schnell wie möglich wieder zu öffnen.»

Sonderbewilligung für einheimische Camioneure

Für Lastwagen über 3,5 Tonnen Gewicht ist die Passstrasse mittlerweile geschlossen. Wie am Mittwoch noch einmal erklärt wurde, gibt es für Versorger eine Ausnahme. In Camorino und Altdorf werden Spezialbewilligungen erteilt. Für Autos ist der Pass weiterhin normal befahrbar, sofern die Wetter-Bedingungen gut sind.

swissinfo und Agenturen

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