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Lonza: Ebner-Ausverkauf geht weiter

Martin Ebner musste bereits seine Visionen verkaufen. Keystone

Die BZ Gruppe des Bankiers Martin Ebner will ihre Beteiligung von 19,8 Prozent am Chemiekonzern Lonza verkaufen.

Ebner hat diesen Sommer wegen des Kurszerfalls an den Aktienmärkten bereits ihre Visionen an die Zürcher Kantonalbank verkauft.

Der Abschluss der Verkaufs werde «in den kommenden Wochen» erwartet, teilte Lonza am Freitag mit.

Martin Ebner tritt mit auch sofortiger Wirkung als Verwaltungsratspräsident der Lonza Group AG zurück. Nachfolger wird der heutige Vize Sergio Marchionne. Marchionne war Anfang Jahr als Lonza-Konzernchef abgetreten und hatte zur Genfer SGS gewechselt.

Der Rücktritt Ebners als VR-Präsident erfolge, um «potenzielle Interessenkonflikte» auszuschliessen, heisst es in der Mitteilung. Bei der BZ Gruppe waren am Freitag keine zusätzlichen Auskünfte erhältlich.

Lonza erwartet Beruhigung

Der Wechsel im Verwaltungsratspräsidium sei mindestens bis zur kommenden Generalversammlung vom 23. März 2003 definitiv, sagte Lonza-Sprecher Michel Gerber.

Zum bevorstehenden Wechsel der Mehrheitsverhältnisse gab sich Gerber positiv: Lonza erwarte nun eine gewisse Beruhigung bei den Aktienkursen.

Der Lonza-Verwaltungsrat zeigte sich laut Mitteilung angesichts der Grösse des zum Verkauf stehenden Anteils bereit, den Verkaufsprozess zu unterstützen: Das Lonza-Management werde detailliert über die operativen und strategischen Ziele Auskunft geben.

Wer wird kaufen?

Der Anteil der BZ-Bank von knapp 20 Prozent dürfte zu Börsenkursen etwa einen Wert von 850 Mio. Franken haben. Zweitgrösster Investor bei Lonza ist derzeit die Ems-Chemie von Christoph Blocher. Ein bedeutendes Aktienpaket hält zudem die Zürcher Kantonalbank mit 9,97 Prozent.

Als mögliche Käuferin des Pakets wurde in Börsenkreisen bereits die Ems-Chemie gehandelt. Diese schliesst einen Ausbau ihrer Beteiligung an der Lonza-Gruppe nicht aus. Die obere Grenze sei dabei «sicher nicht über 33 Prozent», sagte Blocher am Freitag. Er wolle sich dafür einsetzen, dass die Lonza selbstständig bleibe.

Finanzielle Schwierigkeiten

Die in finanziellen Schwierigkeiten steckende BZ-Gruppe hatte im Sommer bereits die Mehrheit an ihren vier Gesellschaften BK Vision, Pharma Vision, Spezialitäten Vision und Stillhalter Vision an die ZKB verkauft.
Die Aktienkurse wichtiger Grosskonzerne wie ABB und Credit Suisse Group, in denen Ebner engagiert ist, sind seither weiter abgesackt. Bei der Baloise hat der Financier seine Beteiligung bereits halbiert.

Ebner steht unter Druck der Bankgläubiger, die seine Aktienkäufe mit Krediten finanziert hatten. In den vergangenen Tagen war verschiedentlich über einen Zusammenbruch der BZ-Gruppe spekuliert worden. Die BZ Bank, die im Unterschied zur Holding der Aufsicht der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) untersteht, hat bisher von der Aufsichtsbehörde stets einen Persilschein erhalten.

swissinfo und Agenturen

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