Sabena: Piloten sagen Ja zur Sanierung
Die Piloten der Sabena haben in Brüssel dem für das Überleben der belgisch-schweizerischen Fluggesellschaft notwendigen Sanierungsplan zugestimmt. Dieser kostet die das Personal 40 Mio. Franken und 700 Stellen.
Die Vollversammlung der belgischen Cockpit-Vereinigung BeCa stimmte den Massnahmen am Samstagabend (18.02.) in Brüssel mehrheitlich zu. In einem Bericht der Tagesschau von SF DRS erklärte einer der Piloten-Vertreter, die Piloten betrachteten ihre Zustimmung als eine Investition in die Zukunft der Sabena.
Das Boden- und Kabinenpersonal hatte den Plänen zuvor schon unter der Bedingung zugestimmt, dass auch die Piloten Ja sagen. Mit dem Entscheid der Piloten haben die Personalverbände dem Abbau von rund 700 Stellen zugestimmt. Sabena beschäftigt 12’000 Mitarbeitende. Die Piloten müssen unter anderem eine Lohneinbusse hinnehmen.
Nur Teil der Total-Sanierung
Die von den Personalverbänden beschlossenen Massnahmen müssen Einsparungen in der Höhe von 40 Mio. Franken ergeben. Nur dann werden die Hauptaktionäre der Sabena – der belgische Staat und die Schweizer SAirGroup – entscheiden ob sie die marode Airline mit rund 1 Mrd. Franken rekapitalisieren wollen. Am Montag (19.02.) will der Verwaltungsrat die Einsparungen des Personals überprüfen. Werden die Bedingungen der Kapitalgeber erfüllt, will der Verwaltungsrat am Freitag die Rekapitalisierung vorschlagen. Ohne neues Kapital droht Sabena die Zahlungsunfähigkeit.
Führungsumbau und Übertragungen
Wird die Kapitalaufstockung beschlossen, würde die SAirGroup rund 230 Mio. Franken und die belgische Regierung 150 Mio. zur Verfügung stellen. Der Sanierungsplan sieht zudem Einsparungen auf der Führungsebene des Unternehmens vor sowie die Übertragung rentabler Filialbereiche wie Catering, Wartung oder Cargo an SAir zu 85%.
Die Auslagerung der rentablen Bereiche war unter Beschuss der Gewerkschaften gekommen. Diese befürchteten einen Ausverkauf der Fluglinie. Noch Anfang Februar hatten die Piloten gestreikt und Verhandlungen unter Druck als unannehmbar erklärt.
swissinfo und Agenturen
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