Schaufenster für innovative Schweizer Firmen
In Hannover hat die CeBIT, die grösste Hightech-Messe der Welt, ihre Tore für das Publikum geöffnet. Aus der Schweiz sind dieses Jahr 81 Aussteller vertreten.
Insgesamt sind 6500 Aussteller aus über 50 Ländern an der Messe präsent.
Damit sank die Zahl der Aussteller gegenüber dem Vorjahr insgesamt um rund 20%. Trotz der angespannten Wirtschaftslage und der flauen Konjunktur erhofft man sich von der CeBIT dringend benötigte Impulse.
Technisch steht die für dieses Jahr geplante Einführung der UMTS-Technologie im Zentrum. Aber auch die schnell wachsende Konkurrenz, das Internet-Surfen ohne Kabel mittels W-LAN genannten örtlichen Netzen, gilt als Schwerpunkt.
Das OSEC Business Network Switzerland, im Auftrag des Bundes zuständig für die Export-Förderung, ist mit einem Gemeinschaftsstand «Standort:Schweiz» an der Messe vertreten. Ziel ist es, ausländischen Firmen an der CeBIT Investitionen in der Schweiz schmackhaft zu machen.
Auf Unternehmen und Institutionen in der Schweiz übt die Computermesse weiterhin eine hohe Anziehungskraft aus. So nimmt beispielsweise die ETH Lausanne (ETHL) erstmals an der CeBIT teil.
Erfolgreich navigieren dank der ETH
Das Labor für Geomatik und Vermessung der ETHL stellt ein Navigationssystem für Fussgänger vor. Das Gerät ermöglicht es jemandem, seinen Standort jederzeit und überall genau festzustellen.
Der Apparat wurde entwickelt von den ETHL-Forschern, Quentin Ladetto und Vincent Gabaglio in Zusammenarbeit mit Josephus Van Seeters von der Firma Leica-Vectronix aus Heerbrugg (Kanton St. Gallen).
Keine Satellitensignale nötig
Das so genannte Pedestrian Navigation Module (PNM) wurde mit dem Swiss Technology Award 2003 ausgezeichnet. Im Gegensatz zu GPS (Global Positioning System) funktioniert das PNM unabhängig von Satellitensignalen.
Das PNM erlaubt den Fussgängerinnen und Fussgängern sich vor allem im urbanen Umfeld oder sogar in Gebäuden zurecht zu finden.
Die CeBIT sei ein ausgezeichnetes Schaufenster und erlaube Trends aufzuspüren, erklärte Quentin Ladetto von der ETHL im Vorfeld der Messe. Ausserdem stelle man an der CeBIT fest, welche Produkte von den Märkten erwartet würden.
Alarmmelder
Ebenfalls präsent ist die Zürcher Firma SecureTee International Incorporation. Sie stellt ein Gerät für die individuelle Sicherheit vor. Es heisst GPS Bodyguard und löst bei einem Angriff Alarm aus.
Die momentane Konjunktur habe seine Firma dazu gebracht, stärker auf Entwicklungen zur Förderung der individuellen Sicherheit zu setzen als auf Produkte für die Finanzindustrie, erklärte Hanspeter Waechter von SecureTee.
CeBIT ist unumgänglich
Die Firma BTA Digital Works aus dem zürcherischen Rüti stellt an der Messe ihre neuste Version eines Computerprogramms zur Verwaltung von Dokumenten und zur Verarbeitung des Briefverkehrs vor.
Für ihre internationale Gesellschaft mit Sitz in der Schweiz sei die CeBIT ein unumgänglicher Anlass, erklärte Markus Baumgartner der BTA. Bislang habe die negative Wirtschaftsentwicklung noch keinen Einfluss auf ihre Umsätze gehabt. Diese seien seit fünf Jahren stetig gestiegen.
Wege aus der Krise?
Generell erhoffen sich die Aussteller, dass die diesjährige CeBIT Wege aufzeigt, wie die Computer- und Telekombranche aus der derzeitigen schwierigen Lage führen könnten. Nach zwei sehr schwierigen Jahren gibt es Anzeichen, dass die Talsohle durchschritten ist.
Gemäss einer Studie des Europäischen Observatoriums für Informations-Technologie sollte 2003 der weltweite Umsatz in der Informations- und Telekommunikations-Industrie um 4,5% auf 2250 Mrd. Euro (rund 3295 Mrd. Franken) wachsen. Im folgenden Jahr soll die Wachstumsrate gar auf 5,7% steigen.
Das Ende der Internet- und Telekomeuphorie macht sich auch bei der Zahl der erwarteten Messebesucher bemerkbar. Die Messe- Organisatoren rechnen noch mit über 600’000 Besuchern, während es bereits 2002 mit 674’000 erstmals seit sechs Jahren deutlich weniger als 700’000 gewesen waren. Die CeBIT dauert noch bis zum 19. März.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch