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Schnee fordert Opfer

Auch auf der Autobahn kamen zeitweise nur noch die Schneepflüge voran. Keystone

Der Winter hat die Schweiz fest im Griff. Binnen weniger Tage gingen die grössten Schneefälle seit dem "Lawinenwinter" 1999 nieder.

Die Lawinengefahr ist hoch, im Wallis wurden bei einem Lawinen-Niedergang vier Wintersportler getötet.

Die Lawine in Champex, Kanton Wallis, ging kurz nach Mittwochmttag nieder. Die Wintersportler waren unterhalb eines Sesselliftes ausserhalb der markierten Pisten unterwegs. Die vier Frauen und zwei Männer hatten offenbar die Lawine selbst ausgelöst. Ein Angestellter hatte in den Schneemassen einen Ski entdeckt und sofort Alarm geschlagen.

Bereits am Dienstag war am Davoser Jakobshorn ein 18-jähriger Schüler der Sportmittelschule in einer Lawine umgekommen. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur sda sind in diesem Winter in der Schweiz bisher mindestens 14 Personen bei Lawinenunfällen ums Leben gekommen.

Gotthard: Autobahn gesperrt

Der Strassenverkehr ist in verschiedenen Landesteilen stark beeinträchtigt. Lawinen haben in der Nacht auf Donnerstag die Bahnstrecke wie auch die Autostrassen am Gotthard verschüttet. Verletzt wurde niemand, die Räumungsarbeiten sind im Gang. Die Bahn verkehrt bereits wieder, die Strasse wird nicht vor Donnerstagmittag wieder befahrbar sein.

In der Nacht zuvor hatte eine Lawine unterhalb von Liddes, Wallis, die Passstrasse über den Grossen St. Bernhard verschüttet. Die Strasse wurde auf einer Länge von fünfzig Metern drei Meter hoch zugedeckt.

Das Schnee- und Lawinenforschungsinstitut (SLF) in Davos warnte am Mittwoch vor erheblicher bis grosser Lawinengefahr. Es seien zahlreiche spontane Lawinen zu erwarten, die grössere Ausmasse annehmen könnten. Am Donnerstag nehme die Lawinengefahr nur zögernd ab.

Feriensiedlung evakuiert

Im Wallis wurden verschiedene Strassen wegen Lawinengefahr gesperrt. Der Simplon wurde für den Schwerverkehr geschlossen. In St. Gingolph wurde eine Ferienhaussiedlung evakuiert. Im Berner Oberland stellten Bergbahnen zum Teil ihren Betrieb ein.

Infolge Lawinengefahr konnte auch die Notbrücke in Oberried am Brienzersee, wo am Dienstag eine Lawine niedergegangen war, nicht erstellt werden. Die Kantonsstrasse blieb geschlossen, die Region Brienz/Oberhasli ist weiterhin nur über die Autostrasse A8 erreichbar.

Der Schnee sorgte auch auf den Strassen wieder für prekäre Verhältnisse und viele Verkehrsunfälle. Allein in den drei Kantonen Zürich, Bern und Waadt ereigneten sich von Dienstagabend bis Mittwochmittag mehr als 150 Unfälle mit Blechschäden.

Weisse Pracht bis in die Städte

Den Städten im Flachland wurde in den letzten 24 Stunden eine grosse weisse Pracht beschert: In St. Gallen liegen nach Angaben von MeteoSchweiz 60cm Schnee. In Zürich sind es 21cm, in Basel 10cm, am Bodensee 30cm und in La-Chaux-de-Fonds sogar 71cm. In Ulrichen im Oberwallis beträgt die Schneehöhe 190cm.

Das letzte Mal so heftig geschneit wie in diesen Tagen, hatte es in der Schweiz laut MeteoSchweiz Ende Januar 1999. Zuvor lag der letzte grosse Schnee bis ins Flachland bis Mitte der Achzigerjahre zurück.

swissinfo und Agenturen

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