Schweiz/Irak
Swiss Task Force : Vorbereitungen laufen auf Hochtouren
Der drohende Irak-Krieg macht der Fluggesellschaft Swiss schwer zu schaffen. Sie hat deshalb die «Task Force Iraq» ins Leben gerufen. Anders als andere Airlines reduziert die Swiss ihre Flotte aber vorläufig nicht.
«Die Task Force wurde am 15. Januar eingesetzt, um das Krisenszenario vor und während einem möglichen Irak-Krieg zu erarbeiten», erklärte Daniel Weder, Chef der Task Force, diese Woche in Zürich. Diese Task Force erlaube es, raschmöglichst auf allfällige Begebenheiten zu reagieren.
Die Vorbereitungsphase sei nun beendet, und ein 24-Stunden- Alarmsystem in Kraft. Das Hauptteam der Task Force besteht aus Swiss-Chef André Dosé, Karel Lederboer (COO), William Meaney (CCO) und Björn Näf (EVP, Produkt und Services). Insgesamt zählen rund 70 Personen zu dem Krisenstab.
Szenario «Likely»
Die Swiss rechnet im jetzigen Zeitpunkt mit dem Szenario «Likely». Konkret: Strecken müssten zusammengelegt, umgeleitet oder gar annulliert werden. Alternative Flugrouten sind deshalb für die Swiss ein Muss, da im Kriegsfall viele Lufträume im Krisengebiet von den Streitkräften überwacht werden.
Hier lehnt sich die Schweizer Fluglinie an den Internationalen Luftverkehrsverband IATA. «Betroffen sind Flüge nach Südostasien», erklärte Sicherheitsexperte Werner Schaub. Man habe aber bereits andere Routen im Auge und die nötigen Überflugsrechte in der Tasche. Allerdings müsste man mit Verspätungen von bis zu 40 Minuten rechnen.
Auch mit der Frage der Dauer und des Ausmasses eines solchen Krieges hat sich die Task Force auseinandergesetzt. Wenn der Krieg von kurzer Dauer sein wird, werden auch die Erdölfelder nicht in Mitleidenschaft gezogen und der Preis für Kerosen bleibt stabil. Trotzdem deckte sich die Swiss für das laufende Jahr bereits mit 80 Prozent ihres Kerosen-Bedarfs ein.
Ob mit oder ohne Irak-Krieg: Bei der Swiss gilt derzeit ein vollständiger Einstellungsstop. Mit den Sozialpartnern hat sich die Swiss bereits zusammengesetzt. Die Airline will beim Personal auch Überzeiten abbauen und Ferienvorbezüge fördern.
Fluggäste und Personal im Mittelpunkt
«Die wichtigste Aufgabe der Task Force ist es, einen optimalen Kundenservice zu gewährleisten. Bei Annullationen, Umbuchungen oder Rückerstattungen werden wir uns gegenüber den Fluggästen sehr grosszügig zeigen», unterstrich Task-Force-Mitglied Guido Ruther.
Zudem wurde für die Passagiere das «Passenger Care Center» eingerichtet. Bei Kriegsausbruch soll eine Krisenhotline aufgeschaltet werden.
Die Betreuung des eigenen Personals bildet ein weiterer wichtiger Teil des Krisen-Managements. Ein Kontaktdesk wird eingerichtet, eine Helpline aufgeschaltet und ein Treffpunkt für die psychologische Betreuung eingerichtet, wie die Personal-Verantwortliche in der Task Force, Carole Luzio, ausführte.
swissinfo und Agenturen
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