Schweiz und Nordkorea: Beziehungen intensivieren
Vize-Aussenminister Choe Su Hon betonte in Bern, man hoffe sowohl auf Investitionen von Schweizer Firmen wie auch weitere humanitäre Hilfe.
Bei seinem Besuch am Freitag sprach Choe mit Aussenminister Joseph Deiss, mit Staatssekretär Franz von Däniken vom Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA), mit Staatssekretär David Syz vom Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) und mit dem Chef der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), Walter Fust.
Choe habe sich an einer Ausbildung nordkoreanischer Wirtschafts-Studenten in der Schweiz interessiert gezeigt. Auch vermehrte Investitionen der Schweizer Privatwirtschaft in Nordkorea seien willkommen, fasste EDA-Sprecherin Muriel Berset-Kohen die Gespräche zusammen.
Humanitäre CH-Hilfe
Mit humanitärer Hilfe greift die Schweiz den Menschen in Nordkorea seit den verheerenden Überschwemmungen von 1995 unter die Arme. Der Schwerpunkt verschiebe sich dabei immer mehr von der Nothilfe hin zur Entwicklungs-Zusammenarbeit, erklärte DEZA-Sprecher Joachim Ahrens.
Seit Mai 1999 unterhält die DEZA in Nordkorea ein Koordinationsbüro. Neben Reis- und Fleischlieferungen an die chronisch unterernährten Menschen in Nordkorea engagiere sich die DEZA auch in der Saatgut-Produktion und trage zur Verbesserung der Anbaumethoden in der Landwirtschaft bei, sagte Ahrens.
Rolle der Schweiz im koreanischen Friedensprozess
Schon 1998 habe die Schweiz mit Nordkorea ein Investitionsschutz-Abkommen abgeschlossen, ein Doppelbesteuerungs-Abkommen sei jetzt in Planung. Beim EDA werden die Kooperationswünsche Nordkoreas als Signal für eine wirtschaftliche Öffnung des Landes gewertet.
Anerkennend äusserte sich Choe vor allem auch über die Rolle der Schweiz im Friedensprozess mit Südkorea. Sie beteiligt sich an der neutralen Überwachungs-Kommission für den Waffenstillstand und war seit 1997 mehrere Male Gastgeberin der Vierparteiengespräche zwischen Nord- und Südkorea, China und den USA.
Südkorea-Nordkorea
Südkorea kündigte am Freitag an, Nordkorea erneut 100’000 Tonnen Getreide schenken zu wollen. Zugleich sagte der südkoreanische Vereinigungsminister Hong Soon Young in Seoul, er erwarte, dass Nordkorea den Dialog mit Südkorea bald wieder aufnehmen werde.
Im November hatten Nord- und Südkorea ihre Versöhnungs-Gespräche auf Ministerebene abgebrochen. Nordkorea fühlte sich von einer südkoreanischen Sicherheitswarnung im Gefolge der Terroranschläge vom 11. September angefeindet.
swissinfo und Agenturen
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