Schweizer Bankensektor in der Krise
Der Stellenabbau im Schweizer Bankensektor geht 2003 weiter. Mit der Abbau-Ankündigung der Bank Julius Bär hat sich die Zahl der Stellen, die bis Ende 2003 gestrichen werden sollen, auf geschätzte 3'500 erhöht.
Eine Erholung ist nicht in Sicht.
Seit Anfang Jahr kündigten verschiedene Banken an, die Kosten mittels Stellenreduktion senken zu wollen. Bei einigen Banken stehen zudem Stellenreduktionen an, die bereits im letzten Jahr beschlossen, aber bislang noch nicht vollzogen wurden.
Grossbanken
Die grössten Abbaupläne hegen die beiden Grossbanken Credit Suisse Group (CSG) und UBS.
An der Bilanzmedienkonferenz von Ende Februar kündigte die CSG den Abbau von 900 Stellen bei den Financial Services und von 350 Arbeitsplätzen bei der Winterthur an.
Zusammen mit den noch nicht umgesetzten Ankündigungen aus dem letzten Jahr, sollen bei der CSG bis Ende 2003 rund 1750 Stellen im Bankensektor wegfallen.
Konzernchef Oswald Grübel erklärte Ende Februar, dass es Jahre brauche, um die Überkapazitäten von 25 bis 30% abzubauen, die in den 90er Jahren geschaffen worden waren. Man könne den Überhang nicht auf einen Schlag abbauen und versuche deshalb zu dämpfen, erklärte Grübel.
An zweiter Stelle liegt die UBS, die ebenfalls bis Ende Jahr 800 Arbeitsplätze streichen will. Dabei handelt es sich laut UBS- Sprecher Christoph Meier nicht um ein präzises Stellenabbau-Programm sondern um einen laufenden Optimierungsprozess.
Privatbanken
Bei den Privatbanken trifft es die Angestellten von Julius Bär am Härtesten. Bereits im Dezember letzten Jahres kündigte die Zürcher Vermögensverwalterin eine erste Tranche von 150 Stellen an. In der Zwischenzeit ist dieser Abbau zur Hälfte vollzogen. Dazu kommen nun die neu angekündigten 250 Stellen, was 2003 zu einem Abbau-Total von rund 325 Arbeitsplätzen führt.
Ebenfalls betroffen ist die Union Bancaire Privée (UBP) aus Genf. Nach der Übernahme der Discount Bank & Trust Mitte 2002, kündigte die UBP an, den Personalbestand von damals rund 1450 bis Mitte 2003 auf noch 1100 zu reduzieren. Bis Ende 2002 sank die Zahl der Mitarbeitenden auf 1325, was für das laufende Jahr noch eine Reduktion von 225 bringen wird.
Auch bei der teilweise der holländischen Rabobank gehörenden Basler Privatbank Sarasin steht noch ein Abbau ins Haus. Sie kündigte letzten November an, 100 Stellen abzubauen. Ein Teil davon wird wohl erst im laufenden Jahr gestrichen.
Kantonalbanken
Bei den Kantonalbanken blieb es bislang eher ruhig. Doch auch dort, wie bei anderen Banken auch, ist wohl mit einer weiteren Bereinigung der Personalbestände zu rechnen.
So erklärte beispielsweise der Chef der Zürcher Kantonalbank Hans Vögeli letzte Woche, dass ein Stellenabbau im grossen Stil nicht geplant sei, aber vereinzelte Kündigungen auch nicht ausgeschlossen werden könnten.
swissinfo und Agenturen
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