Streit im Baugewerbe
Der Streit um den neuen Landesmantelvertrag für rund 100'000 Bauarbeiter in der Schweiz spitzt sich zu. Gewerkschaften und Baumeister sind sich uneinig.
Der bestehende Landesmantelvertrag ist noch bis Ende März 2002 gültig. Über einen neuen Vertrag haben sich der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) und die Gewerkschaften Bau & Industrie (GBI) und Syna noch nicht geeinigt. Am Montag trafen sich die Parteien zu einer «Open-end»-Sitzung. Diese endete abermals ohne Einigung.
Streitpunkt in der neusten Verhandlungsrunde ist neben dem Lohn der von den Gewerkschaften geforderte frühzeitige Altersrücktritt. Bei einem frühzeitigen Rücktritt sollten die Bauleute gemäss den Forderungen der Gewerkschaften 60 bis 80 Prozent ihres letzten Lohns erhalten.
Um die Hauptforderung des frühzeitigen Altersrücktrittes durchzusetzen, seien die Gewerkschaften in den vorgängigen Verhandlungen bereit gewesen, in anderen wichtigen Fragen wie der Arbeitszeitverkürzung oder dem Lohn Konzessionen zu machen, teilte die GBI mit.
In der Frage des Altersrücktrittes habe es eine Annäherung gegeben, teilte die GBI am in einem Communiqué mit. Die Verhandlungen seien aber an der Lohnfrage gescheitert. Der SBV seinerseits liess verlauten, er werde am Mittwoch über das weitere Vorgehen beraten.
«Mobilisierung ausweiten»
Ursprünglich hatten die Gewerkschaften eine Lohnerhöhung von 250 Franken pro Monat gefordert. Die Baumeister boten gemäss früheren Angaben 3 Prozent der Lohnsumme.
Im November sind in der Schweiz an einem gesamtschweizerischen Aktionstag 6800 Bauarbeiter für bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen auf die Strasse gegangen.
Sollten die Baumeister in der nun anstehenden letzten Verhandlungsrunde erneut keine Kompromiss-Bereitschaft zeigen, sehe sich die Gewerkschaft Bau & Industrie gezwungen, ihre Mobilisierung im nächsten Jahr auszuweiten.
Bereits im Frühjahr 2000 war es zu einem harten Lohnkonflikt im Baugewerbe gekommen. Erst eine Schlichtung durch Bundesrat Pascal Couchepin hatte zu einer Lösung geführt. Der von den Gewerkschaften gekündigte Landesmantelvertrag war daraufhin wieder in Kraft gesetzt worden.
swissinfo und Agenturen
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