Sulzer Medica: Höhenflug an der Börse
Sulzer Medica hat in den USA eine Einigung im Vergleich um das Hüft- und Kniegelenk-Problem erzielt. Die Folge davon: Ein Kursfeuerwerk an der Börse.
Die Titel legten an der Börse einen Kurssprung von 21% auf 111 Franken hin. Im Tagesverlauf waren sie gar bis auf 122,75 Franken gestiegen. Auch die Aktien der ehemaligen Muttergesellschaft Sulzer stiegen gegenüber dem Freitagsschluss um 10,7% auf 300 Franken. Der Gesamtmarkt (SMI) sank dagegen um 0,6%.
Angst noch nicht ausgestanden
Diverse Analysten an der Börse werteten die Vereinbarung in den USA vom Freitagabend zwar mehrheitlich positiv, sahen aber auch einzelne Unwägbarkeiten. Das Risiko, dass Patienten aus dem Vergleich ausscherten und Einzelklagen anstrebten, bleibe weiterhin, sagte Thomas Thaler von der Bank Julius Bär.
Etwas zuversichtlicher zeigte sich die Zürcher Kantonalbank (ZKB) in ihrem täglichen Marktbericht. Sie rechnet wegen der breiten Unterstützung der Klägeranwälte mit wenigen Einzelklagen. Zudem begrüsst sie bei Sulzer das Ende der Unsicherheit, obwohl mit dem Beitrag von 50 Mio. Dollar und den restlichen 480’000 Sulzer-Medica-Aktien die Kosten höher lägen.
Zahl der Einzelklagen werde klein sein
Die ausgehandelte Vergleichssumme beträgt rund 1,05 Mrd. Dollar (1,8 Mrd. Franken). Bisher war man von 783 Mio. Dollar ausgegangen. Wegen der höheren Entschädigungen sehen Sulzer Medica und Sulzer das Risiko von Einzelklagen als deutlich geringer an.
Das erhöhte Vergleichsangebot sieht eine Entschädigungs-Zahlung von 200’000 Dollar je Patient vor. Zuvor hatte Sulzer Medica den Patienten je 50’000 Dollar geboten.
Bisher mussten in den USA wegen fehlerhaften Knie- und Hüftimplantaten insgesamt 3347 Patienten nochmals operiert werden. Über die Haftung dieser Schäden war zwischen Sulzer und Sulzer Medica ein heftiger Streit entbrannt.
swissinfo und Agenturen
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