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swiss – es tut sich was

Keystone

swiss-Konzernchef Dosé will Pilotengehälter kürzen und Tickets verbilligen, Swissair-Chef Corti verteidigt sein Gehalt und der Bund fordert Leistungslöhne und strenge Kontrolle.

Die neue Schweizer Airline swiss will Marktanteile zurück erobern. «Wir haben eine einmalige Chance für einen Neubeginn», sagte Konzernchef André Dosé in einem Interview mit dem «Bund» und dem «St. Galler Tagblatt» vom Samstag. Die Hierarchien sollen abgebaut, die Gehälter der Piloten um 35% gekürzt und die Ticket-Preise über 14 Monate um einen Fünftel gesenkt werden, erklärte er seine Pläne: «Mit diesen Massnahmen wird es uns gelingen, abzuheben.»

Crossair-Sprecher Manfred Winkler dementierte am Samstag-Nachmittag die Preis-Aussagen seines Chefs: Einen generellen Abschlag auf die Ticketpreise werde es nicht geben, stellte er klar. Es sei bei dem Bericht zu einem Missverständnis gekommen.

Probleme mit Allianzen und Gewerkschaften

Keine Angaben machte Dosé im Interview zur Wahl des künftigen Allianzpartners. swiss verhandle weiter mit allen drei potenziellen Partnern Star Alliance, Oneworld und Sky Team unter der wichtigen Bedingung, dass der Hub Zürich erhalten bleibe. Ein bilaterales Abkommen, beispielsweise mit American Airlines, wäre laut Dosé nur die «zweitbeste Lösung».

Grösste Sorge sei die kurze Zeit, die ihm bleibe zur Umsetzung der Massnahmen und die GAV-Verhandlungen mit den Gewerkschaften.

Swissair-Chef verteidigt seinen Lohn…¶

Swissair-Chef Mario Corti hat erstmals zu seinem Lohn Stellung bezogen. Vor einigen Wochen hatten Medienberichte Spekulationen über Millionen-Vorbezüge ausgelöst.

In einem Beitrag für die «Finanz und Wirtschaft» (FuW) vom Samstag gab er bekannt, brutto 13,2 Mio. Franken für fünf Jahre ausgehandelt zu haben. Nach Abzug der Sozialversicherungs- und Pensionskassenbeiträge entspreche dies einer Entschädigung vor Steuern von zwei Millionen Franken im Jahr, schreibt Corti.

Corti bestätigte auch, dass ein Teil der vereinbarten Vergütungen tatsächlich im Voraus bezahlt worden sei. Um welchen Teil es sich handelte, gab er nicht bekannt. Er begründete dies mit dem Risiko, das er eingegangen sei, als er seinen Posten als Nestlé-Finanzchef («Ich hätte noch gut zehn Jahre (…) vor mir gehabt.») zugunsten der Airline aufgegeben habe.

… und prangert die Medien an.

Corti forderte weiter eine Korrektur des Zerrbildes, das eine unwürdige Diskreditierungs-Kampagne der Medien von ihm zeichne. Die damalige SAirGroup sei in keiner Weise dazu gezwungen gewesen, seinen Arbeitsvertrag zu unterschreiben. «Es kann und darf nicht angehen, dass in einem freien Arbeitsmarkt getroffene Vereinbarungen durch selbst ernannte ‚Medienrichter‘ in einer breit angelegten Hetzkampagne zum Abschuss freigegeben werden», schreibt Corti in der FuW.

Er werde allenfalls bei seinem Ausscheiden mit dem Sachwalter Reduktionen seines Lohnes prüfen. Dabei werde zu berücksichtigen sein, wie nachhaltig sich die Folgen der erlebten Medienkampagne auf seine beruflichen Perspektiven auswirkten.

Bund will Kontrolle

Die Bundesratsparteien haben an den Von-Wattenwyl-Gesprächen vom Freitag beschlossen, die Schatullen der Airline genau unter Kontrolle zu halten.

So soll swiss-Verwaltungsrats-Präsident Pieter Bouw vor allem nach Leistung entlöhnt werden. Darauf werde der Bund bei der Festlegung der Gehälter drängen, sagte Bundesratssprecher Achille Casanova. Weiter werde Peter Siegenthaler, Direktor der Bundes-Finanzverwaltung, im swiss-Verwaltungsrat für die vollständige Information des Bundesrates sorgen.

CVP-Präsident Philippe Stähelin sagte im Namen der Bundesratsparteien, die Landesregierung dürfe nicht erst aus den Medien erfahren, welchen Kurs die neue Airline fliege. Dies betreffe den Entscheid über den Anschluss an eine Allianz und die VR-Honorare. Alle Bundesratsparteien seien sich darüber einig, dass ein Verkauf von swiss ins Ausland nicht in Frage komme. Weiter müssten der Hub am Flughafen Zürich-Kloten und die Interkontinental-Verbindungen gewährleistet werden.

swissinfo und Agenturen

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