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Überraschender Chefwechsel bei der UBS

Peter Wuffli war seit 2003 CEO des Konzerns. Keystone

An der Spitze der Grossbank UBS kommt es zu einer unerwarteten Rochade: Konzernchef Peter Wuffli tritt per sofort ab, sein Nachfolger wird der 42-jährige Marcel Rohner.

Ueber die Hintergründe von Wufflis Abgang wird spekuliert. Genannt werden vor allem Probleme beim Investment Banking. Finanzspezialisten vermuten, dass dort hohe Verluste angefallen sind.

Gleichzeitig wurde Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel für eine weitere Amtsdauer von drei Jahren nominiert.

Dies obwohl der heute 57-jährige Ospel vor Jahresfrist gegenüber dem Verwaltungsrat den Wunsch geäussert hatte, in absehbarer Zeit von seinem Amt zurückzutreten.

Gemäss Mitteilung hatte Ospel deshalb den 49-jährigen Wuffli als seinen Nachfolger vorgeschlagen. Wuffli leitete die Bank seit 2003.

Der Verwaltungsrat habe diesen Vorschlag jedoch abgelehnt und stattdessen Ospel gebeten, sich für weitere drei Jahre zur Verfügung zu stellen. In der Folge habe sich Wuffli entschieden, die UBS zu verlassen.

Der scheidende Konzernchef erhält laut Ospel keinen goldenen Fallschirm. Wuffli werde gemäss den üblichen Regeln während zwölf Monaten seinen Lohn inklusive Boni beziehen. Eine Abgangsentschädigung gebe es nicht.

Marcel Rohner übernimmt

Wuffli übertrug seine Funktionen per sofort an Marcel Rohner, den bisherigen Leiter der Privatkundensparte, die besonders wohlhabende Kunden bedient.

Der 42-Jährige hatte bei der Expansion dieses Bereichs in Staaten wie Deutschland, Grossbritannien, Frankreich, Italien und Spanien geholfen.

Rohners Stelle wird vom Konzernleitungsmitglied und bisherigen Chef des Wealth Management International, Raoul Weil, übernommen.

Wegen Rückschlägen?

Nach Angaben des Wallstreet Journal und der New York Times erfolgte der Führungswechsel im Zusammenhang mit einer Serie von Rückschlägen, vor allem mit dem hauseigenen Hedge Fond Dillon Read.

Ausserdem hatte die UBS in zwei Quartalen in Folge enttäuschende Ergebnisse vorgelegt.

«Kein Strategiewechsel»

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters wies die UBS jedoch Spekulationen zurück, der Personalwechsel könnte einen Strategiewechsel vorbereiten.

«Es gab keine Meinungsverschiedenheiten über die Strategie», sagte Sprecher Christoph Meier. Die Bank bleibe bei ihrer Ausrichtung.

swissinfo und Agenturen

Die UBS ist weltweit die siebtgrösste Bank, gemessen an ihrem Börsenwert, und die grösste Europas, gemessen an ihren Aktiven.

Die Nummer 1 der Schweizer Banken entstand 1998 aus der Fusion des Schweizerischen Bankvereins (SBV) und der Schweizerischen Bankgesellschaft (SBG).

Die UBS und die Credit Suisse Group (zweitgrösste Bank der Schweiz) realisieren zusammen 50% der Bilanzsumme aller Schweizer Banken.

Die Aktivitäten der beiden Banken erreichen 10% des schweizerischen Brutto-Inlandprodukts (BIP).

Jahreszahlen 2006:
Reingewinn: 12,257 Mrd. Franken.
Davon aus fortzuführender Geschäftstätigkeit: 11,481 Mrd.
Neugeldzufluss: 151,7 Mrd.
Vorgeschlagene Dividende: 2,20 Fr. pro Aktie.
Die UBS beschäftigt weltweit fast 80’000 Mitarbeitende.
In der Schweiz waren es zu diesem Zeitpunkt 25’904 Angestellte.

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