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Weltweit einzigartiger Datensatz: Die Ozonmessung begann vor hundert Jahren in Arosa

Gebäude mit Maschinen im Vordergrund
Die in Arosa begonnenen Messungen werden bis heute an der physikalisch-meteorologischen Beobachtungsstation in Davos fortgesetzt. Keystone / Gian Ehrenzeller

Im Jahr 1926 installierte Professor Paul Götz ein Gerät, um die Auswirkungen der Bergluft auf die Gesundheit zu untersuchen – daraus entstand der Datensatz, der später zur Zeit des berühmten Ozonlochs über der Antarktis entscheidend war.

Es ist ein weltweit einzigartiger Datensatz, der seit 1926 in den Bündner Alpen erhoben wird. Einzigartig und wertvoll, weil er es Forschenden ermöglicht, die Entwicklung des Ozons in der Atmosphäre über die Jahrzehnte hinweg zu beobachten.

«Eine Datenreihe, die nicht nur historisch ist, sondern auch qualitativ hochwertig und daher von Forschern auf der ganzen Welt genutzt wird», sagt Eliane Maillard Barras, Leiterin der Ozonmessungen bei Meteoschweiz, gegenüber RSI.

«Eine Besonderheit ist, dass seitdem dasselbe Messgerät verwendet wird: das Dobson-Spektralphotometer. Auch das verleiht der Reihe einen aussergewöhnlichen Wert.»

Dobson-Spektralphotometer
Ein Dobson-Spektralphotometer zur Messung des Ozons an der physikalisch-meteorologischen Beobachtungsstation in Davos. Keystone / Gian Ehrenzeller

Das erste Gerät installierte Professor Paul Götz an seinem Wohnsitz; er hielt sich damals wegen einer Tuberkuloseerkrankung in einem Sanatorium in Arosa auf.

Die Gemeinde hatte ihn beauftragt, die Eigenschaften der Bergluft zu untersuchen, um deren Auswirkungen auf die Gesundheit besser zu verstehen.

Die über die Jahrzehnte gesammelten Daten waren jedoch vor allem für die Ozonmessungen in den höheren Schichten der Atmosphäre von Bedeutung, nicht in Bodennähe. Denn Ozon-Spitzenwerte am Boden können, wie wir aus Hitzewellen wissen, schädlich für die Vegetation und die Atemwege des Menschen sein.

In der Höhe hingegen gibt sein Fehlen Anlass zur Sorge, da Ozon einen Grossteil der schädlichen ultravioletten Strahlung der Sonne absorbiert und somit abhält.

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«Als zwischen den 1960er- und 1990er-Jahren der Ozonrückgang beobachtet wurde, war die Messreihe aus den Bündner Alpen die einzige, die auch den vorangegangenen Zeitraum abdeckte», erinnert sich Maillard Barras. «Sie lieferte somit die notwendige Basislinie, um die Auswirkungen der schädlichen FCKW-Gase und das Auftreten des Ozonlochs über der Antarktis zu verstehen.»

Dank eines der grössten Erfolge der internationalen Klimapolitik, nämlich dem Montrealer Protokoll von 1987Externer Link, hat sich die Ozonschicht stabilisiert und teilweise erholt. Doch das Problem bleibe aufgrund illegaler Emissionen bestehen, sagt die Forscherin von Meteoschweiz.

Deshalb ist es wichtig, die Messungen fortzusetzen. Auch mit dem Spektralphotometer von Arosa, das inzwischen nach Davos verlegt und automatisiert wurde – auch wenn es sich um eine recht alte Anlage handelt, zwei Meter mal fünfzig Zentimeter gross, gebaut aus sehr stabilen Komponenten und mit einer Technik, die sich seit einem Jahrhundert bewährt hat.

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