Zurich: grosse Terror-Lasten
Die Zurich-Gruppe rechnet mit einem Verlust von 200 bis 400 Mio. Dollar. Dieser soll Folge der Terror-Anschläge sein. Die Börse reagierte ungnädig.
Verschiedene Gründe sollen für den Verlust des Versicherungs- und Finanzkonzerns Zurich Financial Group (ZFS) im Geschäftsjahr 2001 verantwortlich sein.
So kosteten die Folgen der Terror-Anschläge vom September 760 Mio. Dollar nach Steuern bzw. 900 Mio. Dollar vor Steuern.
Weiter hätten die Anschläge zu geringeren Erträgen im Geschäft mit Lebensversicherungen und der Vermögensverwaltung geführt.
Hinzu kommen noch geringere Zinserträgen von bis zu 270 Millionen nach Steuern.
Genug Reserven
Verwaltungsrats-Präsident und Konzernchef Rolf Hüppi wies vor Analysten darauf hin, dass die ZFS angemessene Reserven habe. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Zurich ihr AA-Rating trotz des Verlustes behalten könne.
Normaler «normalisierter Gewinn»
Der von Zurich ausgewiesene so genannte normalisierte Nettogewinn ist von den Wertberichtigungen und den geringeren realisierten Kapitalgewinnen nicht betroffen.
Die Prognose für den normalisierten Gewinn 2001 liegt bei 700 Mio. bis 900 Mio. Dollar. Vor den Terroranschlägen in den USA war Zurich noch mit einem normalisierten Gewinn von 1,8 bis 2,0 Mrd. Dollar ausgegangen.
Analysten überrascht
Analysten der Zürcher Kantonalbank bezeichneten die Gewinnwarnung in dieser Höhe als überraschend und stuften in der Folge die Zurich-Aktie zurück. Sie wiesen darauf hin, dass das Vertrauen in die Gesellschaft einmal mehr in Frage gestellt werde.
Heinrich Wiemer von der Privatbank Sal. Oppenheim sagte, dass es sich um die dritte Gewinnwarnung im laufenden Jahr handle. Er habe den Eindruck, dass alle negativen Faktoren und Altlasten in der Rechnung von 2001 untergebracht werden sollen.
Börse ungnädig
Die Börse reagierte mit deutlichen Verlusten: Die Zürich-Namenaktie verlor kurz nach Handelseröffnung fast 10% an Wert. Zur Mittagszeit war die Zürich-Aktie mit 389,50 Franken noch um 5,9% unter dem Vortageswert. Der SMI lag demgegenüber mit 0,3 Prozent im Plus.
swissinfo und Agenturen
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