Deiss fordert Nachhaltigkeit
Bundesrat Joseph Deiss hat auf Bali die Bedeutung nachhaltiger Entwicklung für Frieden, Stabilität und Menschenrechte betont. Dafür seien vermehrt multilaterale Anstrengungen nötig.
Die Schweiz will als baldiges UNO-Mitglied ihre Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft verstärken, wie der Schweizer Aussenminister am Vorbereitungstreffen für den Erdgipfel in Johannesburg am Mittwoch weiter ausführte.
Der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) plädierte auch für klare Ziele und einen konkreten Zeitplan für deren Umsetzung.
Die Umsetzung der Agenda 21, des 1992 in Rio angenommenen Aktionsplans, sei schwieriger als vorgesehen gewesen, sagte Deiss vor über 110 Ministern. Trotz den Schwierigkeiten pries er dabei Partnerschaften zwischen dem Staat, der Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft an.
Deiss wies auf der indonesischen Insel Bali auch auf die Anstrengungen der Schweiz, mit der Reduktion von CO2 und dem Bau von Eisenbahntunneln einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Auch wolle die Schweiz die Privatwirtschaft zu vermehrter sozial- und umweltverträglicher Entwicklung anhalten, sagte Deiss.
Nachfolgetreffen von Rio
Der Erdgipfel, der Ende August im südafrikanischen Johannesburg stattfinden soll, ist das Nachfolgetreffen des Umweltgipfels von Rio de Janeiro von 1992. Thema des Gipfels ist die Finanzierung und die Sicherstellung einer umweltverträglichen Entwicklung.
Am Vorbereitungstreffen in Bali, das am 27. Mai begonnen hat, beteiligen sich 3000 Delegierte, darunter eine Delegation aus der Schweiz. Sie sollen einen Aktionsplan und eine politische Erklärung ausarbeiten.
Die Schweiz verfolgt sechs Hauptziele: Die nachhaltige Entwicklung in Bergregionen, die Erhaltung der Süsswasser-Ressourcen, Umweltprobleme auf internationaler Ebene, die Verminderung der Armut, den Handel und das Problem der guten Staatsführung.
1,2 Milliarden in Armut
Beim Erd-Gipfel werden die Delegierten eine Bilanz nach dem Rio-Gipfel ziehen und über künftige Massnahmen beraten. Zehn Jahre nach dem Gipfel von Rio sind viele Ziele nach wie vor nicht erreicht.
Nach Angaben der UNO leben weltweit noch immer 1,2 Milliarden Menschen unter der Armutsschwelle. 1,1 Milliarden haben keinen Zugang zu Elektrizität und sauberem Trinkwasser.
Über einer Reihe von Dossiers wie jenen des internationalen Handels sind die Diskussionen schon auf Bali ins Stocken geraten.
swissinfo und Agenturen
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