Ein seltenes Ereignis
Aussenminister Deiss traf in Tokio den japanischen Premierminister Junichiro Koizumi. Sie sprachen über humanitäre Hilfe und Entwicklungs-Zusammenarbeit.
«Unsere beiden Länder haben gemeinsame Interessen und Standpunkte. In Afghanistan zum Beispiel hat sich Japan sehr stark engagiert. Und die Schweiz ist ebenfalls sehr präsent. Da haben wir also einen gemeinsamen Erfahrungs- und Aktivitätsbereich», führte Bundesrat Joseph Deiss aus.
Gleiche Prinzipien
Bis letztes Jahr war Japan der weltweit grösste Geldgeber in der Entwicklungshilfe. Vor kurzem erweiterte das Land in der Schweiz sein Wissen in Sachen Entwicklungs-Zusammenarbeit. Es hat seine Fachleute nach Bern geschickt, damit sie dort studieren, wie die Schweiz den ärmsten Ländern hilft. Heisst das, in diesem Bereich ist eine engere Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Japan möglich?
«Wir können vor allem feststellen, dass unsere beiden Länder ihre Hilfe auf den gleichen Prinzipien aufbauen. Die Schweiz verfolgt keine politischen, sondern vor allem humanitäre und ganz allgemein Entwicklungsziele», antwortet der Chef der Schweizer Diplomatie. Und fügt bei: «Japan stellt sich auf den gleichen Standpunkt. Aus dieser Sicht sind die Bedingungen für gemeinsames Handeln sehr günstig.»
Ein weiteres gemeinsames Interesse zwischen der Schweiz und Japan ist jenes der menschlichen Sicherheit. Tokio und Bern versuchen in zwei verschiedenen Gruppen Synergien anzubieten, um zum gleichen Resultat zu gelangen.
Wenig Besuche
Besuche von Schweizer Aussenministern in Japan waren seit Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern 1864 eher rar. Die beiden letzten Bundesräte, welche nach Japan reisten, waren 1996 der Bundespräsident und 1997 der Vizepräsident. Umgekehrt statteten im Jahr 2000 der Kaiser und die Kaiserin von Japan der Schweiz einen Besuch ab. Ein Jahr später reiste der damalige Premierminister Yoshiro Mori nach Bern.
Nach seinem Aufenthalt in Japan fliegt Deiss nach Indonesien weiter, wo er an einer internationalen Konferenz über Entwicklungshilfe teilnimmt.
Georges Baumgartner
(Übertragen aus dem Französischen: Charlotte Egger)
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch