Lage in Mazedonien verzögert Schweizer Hilfe
Die Schweiz engagiert sich mit verschiedenen Hilfsprojekten in Mazedonien. Im Zentrum stehen die Stärkung der Zivilgesellschaft und des Rechtsstaates sowie Umweltschutz und Energie. Die gespannte Lage verzögert jedoch die Durchführung der Projekte.
Im Oktober 1999 haben Mazedonien und die Schweiz ein Abkommen über technische und finanzielle Zusammenarbeit sowie humanitäre Hilfe unterzeichnet. Obwohl die vergangenen Monate von Kämpfen geprägt waren, mussten die Projekte des fünf Jahre dauernden Abkommens nicht gestoppt werden. Sie wurden aber zum Teil verzögert.
Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) konzentriert sich in ihren Projekten auf die Stärkung der Zivilgesellschaft und Verbesserung des Rechtsstaates. Ersteres hat die Verbesserung der inter-ethnischen Beziehungen zum Ziel, letzteres Demokratie und die Dezentralisierung des Staates.
Mazedonische Sesamstrasse
Für mehr Toleranz und einen konstruktiven Umgang mit Konflikten zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen soll eine pädagogische Fernsehserie im Stil der «Sesamstrasse» sorgen.
Die Kindersendung ist in Mazedonien sehr populär, wie Stephanie Burri von der Sektion Südosteuropa der DEZA erklärt. Dieses Projekt ist einer von verschiedenen Beiträgen zur Verbesserung der Beziehungen zwischen den Bevölkerungsgruppen.
Die finanzielle Hilfe der DEZA für Mazedonien im Bereich der technischen Zusammenarbeit beläuft sich dieses Jahr auf insgesamt 3,7 Mio. Franken. Eine Million kommt für die humanitäre Hilfe dazu. Weitere 1,3 Mio. Franken werden auf verschiedene Projekte in Südosteuropa verteilt.
«Cash for Shelter»
Im Koordinationsbüro in Skopje sind momentan zwei Leute der DEZA im Einsatz, die sich um die technische Zusammenarbeit und die Koordination der humanitären Hilfe kümmern. Im humanitären Bereich ist das Projekt «Cash for Shelter» in Vorbereitung. Dieses Programm hat die Unterstützung der Gastgeberfamilien von Flüchtlingen zum Ziel. Bereits auf dem Höhepunkt des Kosovo-Krieges unterstützte die Schweiz Familien, die Flüchtlingen Schutz boten.
Auch das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) ist in Mazedonien aktiv. Es beteiligt sich an bilateralen und multilateralen Projekt-Finanzierungen. Der Gesamtbetrag der Ausgaben für diese Projekte beläuft sich im Jahr 2001 auf 5 Mio. Franken.
Modernere Wasserkraftwerke
Die bilateralen Projekte befassen sich mit der Modernisierung der Wasserkraftwerke im Dorf Mavrovo-Gostoivar, das sich 50 Kilometer südwestlich von Tetovo befindet. Weiter umfassen diese Projekte Beiträge zur Sanierung der Kläranlage Struga am Ohridsee.
Das Ermitteln neuer Projekte wird jedoch nach Angaben des Sprechers durch die gespannte Lage im Land verzögert.
swissinfo und Agenturen
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