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Spitzenforschungmit gebündeltem Licht

Ein Blick in die (damals noch unfertige) Maschine lässt die Komplexität erahnen. swissinfo.ch

Das Paul Scherrer Institut in Villigen hat am Freitag die Synchrotron Lichtquelle Schweiz (SLS) eingeweiht. Das Gerät ist gleichzeitig ein gigantischer Röntgen-Apparat und ein riesiges Mikroskop.

Nach zehn Jahren Vorarbeit und Kosten von mehr als 150 Mio. Franken ist es nun soweit: In Anwesenheit von Innenministerin Ruth Dreifuss wurde die Synchrotron Lichtquelle offiziell eingeweiht. Die Anlage ist nicht bloss eine Schweizer Premiere. «Mit diesem Energie-Bereich wird sie für einige Jahre die weltweit führende Maschine sein», sagt Meinrad Eberle, Direktor des Paul Scherrer Instituts. «Das wird uns Forschung auf Top-Niveau ermöglichen.»

Die SLS wird eingesetzt, um Strukturen aufzuklären – sei es bei der Untersuchung neuartiger Materialien für moderne Technologien, bei der Erforschung von Proteinen oder in der Energie- und Umweltforschung.

Analysen Molekül für Molekül

Gearbeitet wird dabei mit intensivem kurzwelligem Röntgenlicht. Die Synchrotronstrahlung ist sozusagen ein Abfallbereich von Teilchen-Beschleunigern: Stark beschleunigte Elektronen senden ein intensives Licht aus, bei einem qualitativ hochstehenden Gerät ist die Wellenlänge möglichst kurz, das Licht möglichst stark.

«Damit kann man Proteinstrukturen betrachten und ihre Zusammensetzung Molekül für Molekül analysieren», sagt Albin Wrulich, Projektleiter SLS.

Pharmaforschung wichtiger Bereich

Zur SLS gehören vorläufig vier Versuchsstationen. Und eine ist denn auch bereits für die Analyse von Proteinen reserviert. Damit wird der hiesigen Pharma-Industrie eine neue Möglichkeit zur Verfügung gestellt: Die Kenntnisse von Proteinstrukturen sowie die atomare Auflösung von weiteren Biomolekülen gilt als wichtige Voraussetzung für die Entwicklung von neuen Medikamenten.

Ganz allgemein werde die Forschung mit Hilfe der SLS viele Anwendungen erleichtern, erklärt Wrulich: «Man kann verschiedenste Materialien erforschen und Härte, Abstrahlung oder katalytische Eigenschaften der Oberflächen verbessern.»

Bereits jetzt weltweit anerkanntes Institut

Erste Mess-Tests mit der Grossanlage waren bereits erfolgreich. Das PSI kann nun mit der neuen SLS seine Rolle als weltweit anerkanntes Benutzerlabor verstärken.

Bereits jetzt arbeiten im interdisziplinären Paul Scherrer Institut jährlich 800 externe Forscherinnen und Forscher an ihren Experimenten. Unter den Benutzern sind sowohl Schweizer wie internationale Wissenschafter von Hochschulen wie auch der forschenden Industrie.

Vincent Landon und Eva Herrmann

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