Wenn die Erde bebt
Erdbeben sind das Thema der aktuellen Ausstellung im Naturhistorischen Museum Basel. Der Bogen spannt sich vom Basler Beben von 1356 bis zu modernen Bauvorschriften.
Auch in der Schweiz liegen manche Gebiete im Schnittpunkt von geologischen Strukturen, die seismisch immmer wieder reaktiviert werden können, erklärt Projektleiterin Barbara Fehlbaum. Dort könne die Erde Spannungen abbauen und beben. Sie führt aus, dass eine besonders heikle Zone im Raum Basel liege. Zur Erinnerung: Die Stadt wurde 1356 vom stärksten bekannten Beben nördlich der Alpen zerstört.
Die Ausstellung beginnt mit schriftlichen Zeugnissen und Darstellungen zu dieser mittelalterlichen Naturkatastrophe. Archäologische und baugeschichtliche Spuren dokumentieren die einstige Katastrophe. Die persönliche Geschichte von sechs Betroffenen wird geschildert. Und diese Vergangenheit ist immer noch aktuell: Seismische Aktivitäten können wieder auftreten.
Vorhersagen schwierig
Breiten Raum nimmt auch die Erdbeben-Forschung in der Basler Ausstellung ein: Nach wie vor kann man den genauen Zeitpunkt eines Bebens nicht vorhersagen. Doch welche Faktoren sie auslösen, wird immer besser bekannt, auch gefährdete Orte und die Wahrscheinlichkeit eines Bebens. Das Museum ist mit mehreren Messtationen verbunden, die Bewegungen registrieren.
Statistisch gesehen wird die Schweiz innerhalb von 100 Jahren von rund 1000 leichten Beben ohne Schäden (Magnitude 3 auf der «Richter-Skala») getroffen, aber auch von einem Beben mit mittleren bis starken Schäden (Magnitude 6). Erläutert werden Vorkehrungen für das Eintreffen und zur Bewältigung.
Sinnliches Erleben
Eine Modellstadt macht ferner Gefahren für lebenswichtige Bauten und Verbindungen anschaulich. Neben historischem und abstraktem Wissen erlauben Exponate wie ein Handrütteltisch sinnliches Erleben.
Kunstwerke eröffnen zum Thema neue Perspektiven. Und Verhaltenstipps sollen Überleben helfen, wenn es tatsächlich bebt.
swissinfo und Agenturen
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