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Drei bewaffnete Polizisten in Vollmontur mit Helm stehen hinter einer Absperrung in einem Park

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Diese Tat hatte die Schweiz am Wochenende in Atem gehalten, weil sich die unbekannte Täterschaft auf der Flucht befand. Nun wurde ein Tatverdächtiger verhaftet. Er soll in Aarau nach dem Ende einer Rave-Party eine junge Frau erschossen und fünf weitere Zufallsopfer verletzt haben.

Und der Hitzesommer beschäftigt die Schweiz weiterhin. Nun sucht Wirtschaftsminister Guy Parmelin nach klimaresistentem Tierfutter und neuen Absatzmärkten für Schweizer Wein

Herzliche Grüsse aus Bern

Ein Mann in Polizeiuniform vor einer grossen Menge an Medienleuten
Das Interesse auch der internationalen Medien an neuen Informationen ist gross, zumal einige der Opfer der Schüsse in Aarau ausländische Staatsangehörige sind. Keystone / Peter Schneider

Am Montagmittag informierte die Aargauer Kantonspolizei: Nach der tödlichen Schiesserei bei einem Rave auf der Pferderennbahn in Aarau hat sie einen 43-jährigen Schweizer festgenommen. Der Mann wurde am Montag kurz vor 1 Uhr angehalten und steht unter dringendem Tatverdacht. Die Behörden gehen aktuell von einem Einzeltäter aus.

In der Nacht auf Sonntag waren kurz nach 2.30 Uhr mehrere Schüsse gefallen; eine 22-jährige Italienerin starb noch am Tatort, fünf weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Bei den Verletzten handelt es sich um vier Schweizer und eine Deutsche, alle sind ausser Lebensgefahr. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um Zufallsopfer handelt.

Während der grossräumigen Fahndung wurden verschiedene Hypothesen geprüft, darunter Terroranschlag, Amoklauf oder Milieu-Abrechnung. Einen Terroranschlag bezeichnete die Polizei als unwahrscheinlich, weil die Veranstaltung zum Zeitpunkt der Schüsse bereits beendet war. Das konkrete Motiv ist weiterhin unklar. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen vorsätzlicher Tötung.

Die italienische Regierung verfolgt die Ermittlungen aufmerksam. Premierministerin Giorgia Meloni betonte ihr Vertrauen in die Schweizer Behörden, forderte aber eine rasche Aufklärung. Die Eltern der Getöteten werden von der italienischen Botschaft in der Schweiz betreut.

Ein alter Mann mit Brille im weissen Hemd gestikuliert in einem Feld mit Futterhirse (Sorghum)
Guy Parmelin besuchte letzte Woche in der Westschweiz ein Feld mit Sorghum (Futterhirse), um sich über trockenheitsresistente Futterpflanzen zu informieren. Keystone / Laurent Gillieron

Die extreme Sommertrockenheit stellt die Schweizer Landwirtschaft vor massive Herausforderungen: So fehlen schätzungsweise 600’000 bis 800’000 Tonnen Futter, weshalb vermehrt auf Importe aus Kanada gesetzt wird, von wo Heu per Container in die Schweiz gelangt.

Bundespräsident Guy Parmelin – von Beruf Winzer und im Amt des Wirtschaftsministers– bezeichnet die aktuelle Lage des Weinbaus in Le Temps als «historische Krise», die nicht nur die Schweiz, sondern ganz Europa betreffe. Neben der Hitze macht auch der rückläufige Kosum dem Wein zu schaffen. Parmelin räumt ein, ein Projekt zur Begrenzung von Weinimporten würde kaum Mehrheiten finden, und plädiert stattdessen für die Erschliessung neuer Exportmärkte – etwa in Indien oder China, wo Freihandelsabkommen neue Perspektiven eröffnen würden.

Parallel sucht Parmelin nach langfristigen Lösungen für die Futterversorgung: Auf einem Waadtländer Hof informierte er sich über trockenheitsresistente Pflanzen wie Sorghum (Futterhirse), die auch ohne Bewässerung gedeihen. Zusätzlich prüft der Bund die Nutzung von Baumarten als Viehfutter und hat bereits Zölle auf Heu- und Futtermaisimporte ausgesetzt.

Um betroffene Betriebe zu entlasten, hat der Bundesrat für 2026 zinslose Darlehen von insgesamt 54 Millionen Franken angekündigt und Direktzahlungen teilweise vorgezogen. Parmelin betont, dass strukturelle Anpassungen unvermeidlich seien – sowohl in der Landwirtschaft als auch im Weinbau – und warnt: «Die kommende Zeit wird extrem schwierig.»

Zwei unterschiedliche Aussengeräte von Klimaanlagen an einer Betonwand
Ein Klimagerät braucht zwingend einen Wärmetauscher, der die heisse Abluft nach draussen bringt. Falls die Anlagen erst nach dem Bau einer Liegenschaft angebracht werden, wirkt das architektonisch nicht immer harmonisch. Keystone / Gaetan Bally

Bleiben wir gleich noch beim Hitzesommer 2026: Gemäss einer Umfrage führte dieser zu einem deutlichen Meinungswandel bezüglich Klimaanlagen. So befürworten 91% von 12’780 befragten Personen eine flächendeckende Ausstattung von Schulen, Altersheimen und Spitälern.

Zwei Drittel der Befragten stehen auch einem vermehrten Einbau privater Klimageräte positiv gegenüber, wobei Männer (71%) etwas entschlossener sind als Frauen (63%), wie die Sonntagszeitung berichtet. Gleichzeitig spricht sich eine deutliche Mehrheit von 69% für eine Lockerung der Bauvorschriften für fest installierte Split-Klimaanlagen aus, wobei kaum Unterschiede zwischen Stadt und Land bestehen.

Bei der Finanzierung zieht die Bevölkerung jedoch eine klare Grenze: 67% lehnen staatliche Beiträge an private Klimaanlagen ab. Fachleute warnen zudem, dass Klimaanlagen zwar ein Problem lösen, aber drei neue schaffen: Lärm, zusätzliche Aufheizung der Aussenluft in Städten und erhöhten Energieverbrauch.

Studien prognostizieren, dass sich die Überhitzungszeit in Schweizer Wohnungen bis 2050 fast verdoppeln könnte, von heute 8% auf bis zu 17% der Zeit. Während in den USA und Japan über 90% der Wohnungen klimatisiert sind, verfügen in der Schweiz lediglich 10% über eine Klimaanlage, obwohl jährlich durchschnittlich rund 658 Todesfälle mit der Hitze zusammenhängen.

Ein historisches Gebäude aus weissem Stein
Das Bundesstrafgericht in Bellinzona. Keystone / Ti-Press / Alessandro Crinari

Vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona hat heute der Prozess gegen einen 59-jährigen Italiener mit Wohnsitz im Aargau begonnen. Ihm wird vorgeworfen, zwischen 2001 und 2020 als Vertrauensmann des mächtigen ‘Ndrangheta-Clans Anello-Fruci in der Schweiz tätig gewesen zu sein und dessen kriminelle Interessen logistisch unterstützt zu haben.

Laut Anklage der Bundesanwaltschaft soll der Gartenbauer, der bis heute ein Geschäft im Aargauer Freiamt führt, als Schweizer Statthalter des Clans fungiert haben. Er habe abhörsichere Telefone besorgt, Fahrzeuge und Unterkünfte für Clanmitglieder organisiert sowie Gelder und Waffen zwischen der Schweiz und Italien transferiert.

Zusätzlich zur Unterstützung einer kriminellen Organisation werden dem Angeklagten die Beteiligung an Drogen- und Waffenhandel, Hehlerei, Einfuhr von Falschgeld und Verstösse gegen das Waffen- sowie Betäubungsmittelgesetz zur Last gelegt. Die Schweiz habe für den Clan als «Tresor» und «Waffenkammer» gedient, wo illegale Gelder gewaschen und Waffen für die Organisation beschafft wurden.

Der Prozess, der bis mindestens 9. September dauert, ist Teil der umfassenden Ermittlungsoperation «Imponimento», die 2020 zu über 70 Festnahmen in der Schweiz und Italien führte. Während der Clan-Chef Rocco Anello in Italien bereits zu 24 Jahren Haft verurteilt wurde, gilt für den Angeklagten in Bellinzona weiterhin die Unschuldsvermutung; bei einer Verurteilung drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis.

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