Mehr schweizerisch-israelische Forschung
Innenminister Pascal Couchepin hat in Israel ein Absichtsabkommen zur Stärkung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit unterzeichnet.
Schweizer Wissenschafter begrüssen dies und sind überzeugt, dass mit verstärkter Zusammenarbeit «Türen geöffnet» werden.
Israel und die Schweiz wollen ihre Zusammenarbeit in der Wissenschaft ausbauen. Ein Absichtsabkommen wurde von Bundesrat Pascal Cochepin und Israels Wissenschaftsminister Matan Vilnaï in Jerusalem unterzeichnet.
Wie Couchepin sagte, sollen bereits bestehende Kontakte zwischen Universitäten konsolidiert werden. Er hob zudem das «exzellente Niveau» der israelischen Forschung hervor. Auch Vilnaï erklärte, in der Schweiz werde auf hohem Niveau geforscht.
Israel selbst gilt unter Wissenschaftern als gute Adresse, gehen doch 4,8% des Bruttosozialproduktes in die Forschung. Damit ist das Land weltweit Spitzenreiter. Die Zahl israelisch-schweizerischer Forschungsprojekte ist jedoch nach Ansicht von Couchepin zu klein.
Nun sollen zwei Experten die Gebiete der Zusammenarbeit zwischen Forschungsinstituten identifizieren und die nötigen Instrumente für eine Vertiefung erarbeiten. Dazu haben sie ein Jahr Zeit. Auch der Zugang zu öffentlichen Geldern soll erleichtert werden.
Für den Direktor des Tropeninstitutes in Basel, Marcel Tanner, kann ein solches Abkommen mit Israel «Türen öffnen». Es biete einen Rahmen, um gemeinsame Standards in der Forschung zu unterhalten, sagte das Mitglied der Schweizer Delegation. Tanner nannte als Beispiel die Zulassungsverfahren von Medikamenten oder Diagnosemitteln, die durch gleiche Standards vereinfacht würden.
Für beide ein Gewinn
Auch der Chef des israelischen Weizmann-Instituts, Ilan Chet, sprach sich für ein enges Zusammengehen zwischen den Wissenschaftern beider Länder aus. Davon könnten beide Seiten profitieren.
Zu Beginn seines Israel-Besuches hatte Couchepin das renommierte Institut bei Tel Aviv besucht. In der multidisziplinären Forschungsstätte arbeiten 2500 Wissenschafter, Techniker und Studenten für Medizin, Landwirtschaft und Industrie.
Weiter traf Couchepin mit dem israelischen Minister für Kultur und Erziehung, Limor Livnat, zusammen. Thema dabei waren Bildungsreformen, wie EDI-Sprecher Jean-Marc Crevoisier sagte.
Kein Abstecher zu den Palästinensern
Ein Besuch in den palästinensischen Gebieten ist nicht vorgesehen. Vor der Presse sagte Couchepin, dass sein viertägiger Besuch «auf einer anderen Ebene» angesiedelt sei.
Er unterstrich aber die Bedeutung von Kontakten mit den palästinensischen Behörden. Man müsse sie ermutigen, ihr Schul- und Erziehungswesen auszubauen, sagte er.
swissinfo und Agenturen
Bundesrat Pascal Couchepin weilt vom 15. – 18. September in Israel auf Arbeitsbesuch.
Im Zentrum der Reise steht die Stärkung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit der zwei Länder.
Kultur und Bildung sind die weiteren Schwerpunkte der offiziellen Gespräche.
Couchepin wird auf seiner Reise begleitet von Olaf Kübler, dem Präsidenten der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, Urs Altermatt, dem Rektor der Universität Freiburg, Marcel Tanner dem Chef des Schweizerischen Tropeninstituts an der Universität Basel, und Michel Aguet, Direktor des schweizerischen Krebsinstituts.
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