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Südanflüge werden überprüft

Südanflüge auf dem Zürcher Flughafen werden bezüglich ihrer Sicherheit unter die Lupe genommen. Keystone

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) muss seine Bewilligung für die Südanflüge auf den Flughafen Zürich überprüfen.

Von diesen Resultaten hängt ab, ob das umstrittene Anflugverfahren per 30. Oktober eingeführt werden kann.

Bundesrat Moritz Leuenberger hat den Sicherheitsdelegierten im Verkehrsdepartement, Markus Mohler, mit der Überprüfung beauftragt, wie seine Sprecherin Catherine Bellini einen Bericht der «SonntagsZeitung» bestätigte. Die Resultate der laufenden Arbeiten sollten so schnell wie möglich vorliegen.

«Fall Agno»

Hintergrund der Überprüfung ist der «Fall Agno», der «gewisse Irritationen ausgelöst habe», wie es in einem Communiqué des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) vom Sonntag hiess: Am 22. August gab das BAZL bekannt, dass der Flughafen Lugano-Agno seit Jahren falsch angeflogen wurde.

Herausgefunden hatte dies Testpilot und Fluginspektor Tiziano Ponseggi. Das aus Sicherheitsgründen erlassene neue Anflugregime würde die Schliessung des Flughafens bedeuten. Dies hatte im Tessin heftige Proteste ausgelöst und zum Rücktritt von BAZL-Direktor André Auer geführt.

Empfehlungen werden umgesetzt



Ponseggi hatte zudem einen Bericht mit sieben Empfehlungen zum Südanflug auf den Flughafen Zürich abgeliefert. «Die Empfehlungen werden vollumfänglich umgesetzt», sagte BAZL-Sprecher Daniel Göring. Dies gelte auch für die Empfehlung, bei der es um die Installation von Hindernis-Befeuerungen bei Bodenerhebungen und hohen Bauten innerhalb des Anflugsektors geht.

Das BAZL muss der Zürcher Flughafenbetreiberin Unique keinen Auftrag für solche Installationen geben, betonte Göring. Unique habe einen Sicherheitszonen-Plan, in dem alle relevanten Hindernisse aufgeführt sind, öffentlich aufgelegt – und damit kundgetan, sie wolle diese Hindernisse befeuern. Unique-Sprecher Jörn Wagenbach wollte keine Stellung nehmen.

Beschwerden gegen Südanflug

Die politischen Gegner von Südanflügen hatten stets auch Sicherheits-Erwägungen vorgebracht, heisst es im UVEK-Communiqué weiter. Aus Sicherheitsgründen fordert etwa der Verein «Flugschneise Süd – Nein», die Betriebsaufnahme von Südanflügen per sofort zu verbieten.

Mit fünf Gemeinden der Task Force Fluglärm und acht Wohnbau-Genossenschaften in Zürich-Nord und der Region Greifensee hatte der Verein vergangene Woche Beschwerde bei der UVEK-Rekurskommission eingereicht.

Vehement gegen die geplanten Südanflüge wehrt sich auch der Zürcher Stadtrat. Derweil fordert der Winterthurer Stadtrat mehr Südanflüge, und die Gemeinden im Osten des Flughafens verlangen, dass mindestens 50 Prozent der Südanflüge von Westen her erfolgen.

swissinfo und Agenturen

In Bezug auf die Südanflüge auf Zürich-Kloten habe ein Evalutations-Bericht eines Experten im BAZL festgestellt, dass die Anflüge der Interkontinental-Jets über Teile der Stadt Zürich ein Sicherheits-Risiko bergen würden, heisst es in der «SonntagsZeitung».

Der Experte habe deshalb verschiedene Empfehlungen formuliert; unter anderem forderte er zusätzliche rote Warnleuchten auf Hügeln, hohen Gebäuden und Aussichtstürmen.

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