Swisscom: Chefwechsel bei Fastweb
Weil die italienische Swisscom-Tochter Fastweb in eine Steuerhinterziehungsaffäre verwickelt ist, hat Swisscom in den ersten neue Monaten 2010 weniger verdient, obwohl mehr umgesetzt wurde. Das Ruder bei Fastweb übernimmt der bisherige operative Leiter Alberto Calcagno.
Bei Fastweb gibt Swisscom-Boss Carsten Schloter das Amt ab, das er Anfang April interimistisch übernommen hatte, um die Zwangsverwaltung des Mailänder Breitbandanbieters durch die Behörden infolge des Mehrwertsteuerskandals zu vermeiden.
Chef wird Calcagno, womit der seit April wegen der Affäre suspendierte Stefano Parisi nicht mehr als Chef zu Fastweb zurückkehrt. Parisi und der Fastweb-Verwaltungsrat seien zum Schluss gekommen, dass im Interesse des Unternehmens die operative Führung von Fastweb neu besetzt werden sollte, schreibt die Swisscom.
Swisscom wusste zwar 2007 beim Kauf von den Steuerhinterziehungs-Vorwürfen. Die Entwicklungen seither haben das Schweizer Telekom-Unternehmen dennoch überrascht. Der frühere Bundesbetrieb hat sich in den letzten 15 Jahren bei Auslandinvestitionen die Finger wiederholt verbrannt.
2007 hatte Swisscom ein Übernahmeangebot für mehr als 82% des Grundkapitals in Höhe von 5,1 Mrd. Fr. für Fastweb gestartet.
In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres ist der Swisscom-Umsatz leicht um 0,6% auf 8,976 Mrd. Franken gestiegen. Der Reingewinn ging indes um 8,2% auf 1,408 Mrd. Fr. zurück, weil die Swisscom 70 Mio. Euro (102 Mio. Fr.) für das Fastcom-Verfahren zurückstellen musste.
Für das gesamte Geschäftsjahr zeigt sich die Swisscom optimistischer und hebt ihre Ziele an.
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