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Crossair: Missverstandener GAV

Crossair-Chef Moritz Suter würde den GAV rückwirkend einführen, wenn möglich. Keystone / Karl Mathis

Crossair-Chef Moritz Suter steht weiterhin voll hinter dem GAV für seine Piloten und macht unter anderem "Verständnisprobleme" für die bisherige Ablehnung verantwortlich.

Wie Suter am Samstag (04.11.) in einem Interview mit der «Basler Zeitung» sagte, würde der GAV bei einer Zustimmung rückwirkend auf Mitte Jahr in Kraft gesetzt.

«Wir nehmen an, dass das komplexe Vertragswerk nicht vollumfänglich verstanden wurde», sagte Suter. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Informations-Veranstaltungen von Crossair-Management und Piloten-Gewerkschaft CCP der letzten Tage in Basel, Zürich und Genf.

Diese seien positiv verlaufen. Er habe den Eindruck, dass vor allem die sozialversicherungs-technischen Verbesserungen nicht begriffen worden seien. Zugleich hätten offenbar vor allem die Jungen den GAV abgelehnt, da die Älteren etwas besser führen.

Wie Suter weiter sagte, wurden diese Woche mit der CCP nochmals konstruktive Gespräche geführt. Der GAV sei dabei aber weder neu verhandelt noch abgeändert worden und es gebe auch keine Nachbesserungen. Neu sei einzig, dass das Vertragswerk bei einer allfälligen Annahme rückwirkend auf den ersten Juli in Kraft gesetzt würde. Damit kämen die Piloten schon früher in den Genuss von Lohnerhöhungen.

Angesprochen auf das Vorgehen, falls auch die zweite Abstimmung negativ verläuft, sagte Suter: «Ich weiss es nicht, es wäre natürlich äusserst bedauerlich. Der CCP-Vorstand hat signalisiert, er würde nicht nochmals in Verhandlungen treten.»

Bezüglich des geplanten Abbaus von fünf bis zehn Flugzeugen und 200 bis 300 Stellen strich Suter hervor, dass es um Stellenkürzungen und nicht um Entlassungen gehe. Der Abbau könne über die hohe Fluktuation bei den Hostessen aufgefangen werden. Er gehe auch davon aus, dass bei den Piloten niemand entlassen werde.

Die Crossair benötige im kommenden Jahr nämlich 60 bis 70 Piloten zusätzlich, um die im GAV erwähnten Ferien- und Freitage gewähren zu können.

Die Crossair-Piloten hatten den, nach zehnmonatigem Seilziehen und Streikdrohungen, ausgehandelten GAV am vergangenen 20. Oktober in einer Urabstimmung mit fast einer Zweidrittelsmehrheit verworfen. Der GAV hätte den rund 950 Crossair-Piloten eine Lohnerhöhung in drei Schritten bis zum Jahr 2005, bessere Versicherungsleistungen, mehr Ferien und Freitage, Entschädigungen für Mehrarbeit, bessere Flugdienstregelungen und eine Laufbahnplanung gebracht.

swissinfo und Agenturen

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