Dieter Bührle im Visier der österreichischen Justiz
Die österreichische Justiz ermittelt wegen möglicher Waffengeschäfte mit Iran gegen den Schweizer Industriellen Dieter Bührle. Letzte Woche wurde bei Durchsuchungen umfangreiches Material sichergestellt.
Das Strafverfahren gegen Bührle wurde eröffnet wegen einer geplanten Lieferung von Ersatzteilen für die Haubitze GHN-45 in den Iran, wie die zuständige Staatsanwältin im österreichischen Korneuburg, Sieglinde Puchner, am Montag (18.12.) bestätigte.
Iran soll über Jahre hinweg aus Österreich und der Slowakei illegal mit den Ersatzteilen für die GHN-45-Kanone versorgt worden sein, berichtete das österreichische Nachrichten-Magazin «Profil».
Die für Februar 1997 geplante Lieferung sei von der Zürcher Firma T&T Technology Trading organisiert worden, bei der Bührle Verwaltungsrats-Präsident ist. Puchner bestätigte, dass im Zusammenhang mit dem Strafverfahren vergangene Woche in der Steiermark Büros der T&T durchsucht worden seien.
Dabei habe man umfangreiches Material sichergestellt. Puchner: «Dieses muss jetzt zuerst ausgewertet werden. Das kann noch bis im Frühling dauern.»
Der Vorwurf laute auf Neutralitätsgefährdung, Verletzung des Kriegsmaterial- und des Aussenhandelsgesetzes.
Bührle in der Schweiz vorbestraft
Der frühere Waffen-Industrielle Bührle ist in der Schweiz wegen Verletzung des Kriegsmaterial-Gesetzes vorbestraft. Am 27. November 1970 war er zu acht Monaten Gefängnis bedingt und der damals höchstmöglichen Busse von 20’000 Franken verurteilt worden.
Bührle und drei seiner ebenfalls verurteilten Mitarbeiter hatten damals trotz des 1963 vom Bundesrat verhängten Embargos Geschütze und Munition nach Südafrika geliefert.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch