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Geraubte Uhren in Frankreich aufgetaucht

Das Museum von Girard-Perregaux kann seine Türen demnächst wieder öffnen. Keystone

Die am Donnerstag in einem Uhrenmuseum in La Chaux-de-Fonds gestohlene Sammlung ist im französischen Jura aufgefunden worden - und zwar vollständig.

Die Uhren der Marke Girard-Perregaux waren in einem Gebüsch versteckt. Zwei verdächtige Personen wurden festgenommen, nach weiteren Komplizen wird noch gefahndet.

«Die Art und Weise, wie die Täter die kostbaren Uhren behandelten, lässt nicht auf Sammler schliessen», erklärte die Neuenburger Untersuchungsrichterin Sylvie Favre.

Die französische Polizei hatte das gesamte Diebesgut, historische Uhren von unschätzbarem Wert, am Samstag in einem Sack unter einem Baum gefunden.

Einige Stücke seien beim Raub beschädigt worden, sagte ein Kriminalbeamter. Sie könnten aber wieder repariert werden.

Wie Favre weiter informierte, waren die Täter nach dem Raub wie vermutet nach Frankreich geflüchtet. Die beiden gesuchten Fahrzeuge durchbrachen wenige Stunden nach der Tat in der Region von Valdahon in Richtung Besancon eine Polizeisperre, wendeten und entwischten vorerst.

Weitere Fahndung

45 Minuten später stoppte die Polizei dann eines der Fluchtfahrzeuge, das auf der falschen Strassenseite unterwegs war. Die beiden Insassen, Männer aus dem Balkan, wurden verhaftet. Im Fahrzeug lagen Handschuhe, die auf den Raub in La-Chaux-de-Fonds schliessen liessen.

Die beiden Verdächtigen konnten laut Polizei keinerlei Angaben über den Grund ihres Aufenthalt machen. Das andere Auto, ein schwarzer BMW-Geländewagen mit deutschen Nummerschildern, blieb verschwunden. Nach dessen Insassen wird gefahndet.

Die Gendarmerie leitete darauf, unterstützt von der Neuenburger Kantonspolizei und zwei Hunden, eine grossangelegte Suche in der Region von Valdahon ein.

Am vergangenen Samstag stiessen die Suchtrupps südlich von Valdahon schliesslich auf verdächtige Kleider und einen unter einer Eiche versteckten Sack. Darin lag in einem wilden Durcheinander die gesamte Beute aus dem Uhrenraub.

Wieder in der Schweiz

Die über hundert Meisterwerke der Uhrmacherkunst der renommierten Luxusmarke waren 48 Stunden nach dem Raub wieder in Sicherheit. Die Uhren wurden in die Schweiz zurückgeführt und von den Spezialisten der Neuenburger Kantonspolizei identifiziert.

Die Täter hatten sich am vergangenen Donnerstagmorgen als Lieferanten ausgegeben, die Putzfrau des Museums Girard-Perregaux (GP) überwältigt und einzigartige Uhren im Wert von mehreren Millionen Franken geraubt.

Darunter auch den «Tourbillon mit drei Goldbrücken», mit dem GP 1901 an der Weltausstellung in Paris die Goldmedaille gewonnen hatte.

swissinfo und Agenturen

Die Ursprünge von Girard-Perregaux gehen auf das Jahr 1791 zurück.

Im Jahr 1852 gründet Constant Girard das Unternehmen Girard & Cie. Zwei Jahre später heiratet er Marie Perregaux

Girard gewinnt 1867 und 1889 mit seinen Tourbillons an den Weltausstellungen in Paris zwei Goldmedaillen.

1901 wurde die Uhr mit ihrem bahnbrechenden Werk aufgrund ihrer Unerreichbarkeit nicht mehr zum Wettbewerb zugelassen.

1956 entsteht in La Chaux-de-Fonds die Manufaktur Girard-Perregaux.

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