Grippe-Notvorrat
Der Bund will ab dem kommenden Jahr erstmals ein Notlager für Grippe-Impfungen und -Medikamente einrichten. Dort sollen im Hinblick auf grosse Grippeepidemien über eine Million Dosen gelagert werden.
Bereits bevor sich diesen Herbst in der Schweiz ein Engpass bei Grippeimpfstoffen abgezeichnet hatte, sei ein entsprechendes Projekt in die Vernehmlassung geschickt worden. Thomas Zeltner, Direktor des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), bestätigte einen Bericht des «SonntagsBlick», wonach das Lager ab 2001 eingerichtet sein soll. Das Bundeslager wird vom BAG überwachtet und verwaltet.
Lage noch nicht kritisch
Alle 10 bis 15 Jahre wird die Schweiz gemäss Zeltner von einer grösseren Grippeepidemie heimgesucht. Genau in einem solchen Fall soll der Notvorrat zum Einsatz kommen.
Bei Epidemien würden die Impfstoffe und Medikamente nach bereits festgelegten Kriterien abgegeben. Als erstes würden Alte und Kranke versorgt. In zweiter Linie kämen Ärzte und das Pflegepersonal an die Reihe und in dritter Linie würden Entscheidungsträger des öffentlichen Lebens wie Regierung und Verwaltung eingedeckt.
BAG-Direktor Zeltner schätzt die derzeitige Lage als «noch nicht so kritisch ein». Er glaubt, dass bei den Ärzten noch viele Dosen am Lager sind. Dennoch rät er, dass die Impfungen angesichts der drohenden Knappheit derzeit nur an Risikogruppen, das heisst an ältere Personen oder an Kranke, verabreicht werden. Gesunde sollten aus Solidarität mit den Gefährdeten zunächst auf die Impfung verzichten.
swissinfo und Agenturen
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