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Hearing über Bankenvergleich: Jüdische Organisationen verteidigen Verteilplan

Eine Auschwitz-Überlebende zeigt vor dem Gerichtsgebäude in New York ihre tätowierte Häftlings-Nummer. Keystone

Jüdische Organisationen haben am Montag (20.11.) an einem Hearing in New York den Verteilplan für den Bankenvergleich gegen teils heftige Kritik von Holocaust-Überlebenden verteidigt. Allgemein wird erwartet, dass Richter Korman den Plan bald gutheisst.

Beim öffentlichen Hearing am Bundes-Bezirksgericht in Brooklyn hatten Überlebende des Holocaust und gegen 40 Vertreter der Opfer Gelegenheit, vor Richter Edward Korman Kritik und Kommentare zu dem Verteilplan zu äussern. Dieser Plan zur Verteilung der 1,25 Mrd. Dollar des Bankenvergleichs war von «Special Master» Judah Gribetz ausgearbeitet worden.

Hauptstreitpunkt: nachrichtenlose Konten

Hauptstreitpunkt war der Betrag von 800 Mio. Dollar, den Gribetz zur Begleichung von Ansprüchen auf nachrichtenlose Vermögen von Holocaust-Opfern auf Schweizer Banken einsetzen will. Vorgeschlagen wurde, diese Summe herunterzusetzen und dafür den Klägern, denen die Nazis Hab und Gut raubten, mehr als die vorgesehenen 100 Mio. Dollar zuzusprechen.

Gemäss gut unterrichteten Kreisen wiesen auch die Schweizer Banken in einem Schreiben an Korman darauf hin, dass die Summe aller nachrichtenlosen Vermögen aus der fraglichen Zeit nie 800 Mio. Dollar betrage.

Befürchtungen und Kritik

Maurice Delutj, ein Auschwitz-Überlebender, befürchtete, dass die «administrativen Ausgaben von jüdischen Organisationen, die auf den fahrenden Zug aufgesprungen sind, den grössten Teil des Vergleichsgeldes verschlingen, während die wahren Opfer mit Kleingeld abgespiesen werden».

Kritisiert wurden auch die Pläne einiger jüdischer Organisationen, Teile des Geldes für Denkmäler und Bildungszwecke zu verwenden. Die ganze Summe sollte ausschliesslich Holocaust- Überlebenden oder Organisationen, die sich direkt um deren leibliches Wohl kümmerten, zukommen.

Verteidigung des Verteilplans

Burt Neuborne, ein prominenter Anwalt der Holocaust- Überlebenden, verteidigte den Vergleich. Er rief die Betroffenen dazu auf, nicht untereinander um Anteile zu kämpfen.

«Alle kritisieren, aber Gribetz‘ Lösung scheint nach wie vor die Fairste zu sein», befand Elan Steinberg, Direktor des Jüdischen Weltkongress.

Schweizer Banken zufrieden

Der Vertreter der Schweizer Banken, Peter Widmer, zeigte sich mit dem Verlauf der Anhörung zufrieden. Er glaubt, dass Korman sehr bald den Verteilschlüssel im grossen Ganzen gut heissen wird. Den Banken gehe es hauptsächlich darum, keine wesentlichen Änderungen im Bankenvergleich zuzulassen. Kleinere Kompromisse werde man eingehen müssen.

Richter Korman wird nach Auswertung des Hearings voraussichtlich nächste Woche eine Entscheidung fällen.

swissinfo und Agenturen

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