OlympJa! – Die Kandidatur Graubünden/ Zürich/ Schwyz steht
Bei der Bewerbung um die Olympischen Spiele 2010 wird es definitiv zu einem nationalen Zweikampf zwischen Bern/Montreux sowie Graubünden und Co. kommen.
Mit dem Logo «OlympJa!» bekräftigt die Initiativgruppe die Bewerbung Graubünden/ Zürich/ Schwyz.
Trotz der beiden gescheiterten Kandidaturen von Sion 2002 und 2006 sowie dem Faktum, dass die Spiele 2006 im nahe der Schweiz liegenden Turin stattfinden, werden gemäss Initiant und SVP-Ständerat Christoffel Brändli «die Chancen als durchaus intakt» eingestuft.
Acht Austragungsorte plus Bad Ragaz
Nach dem bisherigen Bündner Grobkonzept werden die olympischen Wettkämpfe an acht verschiedenen Orten durchgeführt. Dazu kommt Bad Ragaz als «Begegnungszentrum der olympischen Familie». Von dort aus würde kein Wettkampfort mehr als 60 Minuten entfernt liegen.
Eine Übersicht, wo was vorgesehen ist:
ZÜRICH: Eröffnungs- und Schlusszeremonie, Eishockey Männer
KLOTEN: Eishockey Männer
EINSIEDELN: Skispringen, Nordische Kombination
CHUR: Eiskunstlaufen, Short-Track
FLIMS/LAAX: Curling, Skiakrobatik, Snowboard
LENZERHEIDE: Ski alpin Frauen, Biathlon
DAVOS: Eishockey Frauen, Eisschnelllauf, Langlauf
ST.MORITZ: Ski alpin Männer, Bob, Schlitteln, Skeleton.
Mit Ausnahme von Chur würde man ausschliesslich auf bestehende Strukturen zurückgreifen. Dieses Prinzip war auch entscheidend, weshalb das bisherige Konzept durch Einsiedeln erweitert wurde. Im Klosterdorf, das bereits seit Jahren den nordischen Skisportlern als Trainingszentrum dient, ist der Bau neuer Skischanzen geplant.
Die Nutzung bestehender Infrastrukturen und verfügbarer Ressourcen, die Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit ist eines der Hauptanliegen der Olympia-Initianten. Die Olympischen Spiele kämen nach bisherigen Berechnungen auf 940 Millionen Franken zu stehen.
Skepsis aus eigenen Reihen
Die Verteilung auf acht verschiedene Orte und der Einbezug von Zürich und nunmehr Schwyz stiess in gewissen (nicht unwichtigen) Kreisen auf Skepsis. So warnte Gian-Franco Kasper, Präsident des Internationalen Skiverbandes (FIS) und neues IOC-Mitglied: «Von Kandidaturen, die über die halbe Schweiz verteilt sind, würde ich eher abraten. Sonst wiederholt sich die Enttäuschung von Sion 2006 – und man sucht wieder einen Schwarzen Peter am falschen Ort.» Übrigens: Die Kandidatur Bern/Montreux hat zwölf Austragungsorte in acht Kantonen!
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wird an seiner Session 2003 über die Vergabe der Spiele befinden.
swissinfo und Agenturen
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